Android

(von englisch /ˈænˌdrɔjd/ von griechisch androïdes menschenähnlich, Androide) ist sowohl ein Betriebssystem als auch eine -Plattform für Geräte wie Smartphones, Mobiltelefone, Netbooks und Tablet-Computer, die von der Open Handset Alliance (gegründet von Google) entwickelt wird. Basis ist der -Kernel.

Bei Android handelt es sich um freie Software, die quelloffen entwickelt wird. Android hatte als Smartphone-Betriebssystem im zweiten Quartal 2014 einen weltweiten Marktanteil von 84,6 Prozent nach 79,3 Prozent im zweiten Quartal 2013, 68,1 Prozent im zweiten Quartal 2012, 52,5 Prozent im dritten Quartal 2011 und 25,5 Prozent im dritten Quartal 2010. Im April 2013 verkündete Eric Schmidt, Executive Chairman von Google, dass pro Tag eineinhalb Millionen neue Android-Geräte aktiviert werden. Dies sind knapp dreimal so viele wie noch im Juli 2011. Bis September 2013 wurden weltweit über eine Milliarde Android-Geräte aktiviert.

Android beinhaltet einen Linux-Kernel, ist jedoch keine klassische Linux-Distribution, wie man sie für Desktop und kennt. Teilweise wurden Grundeigenschaften, die man bei einem unixoiden System erwarten würde, stark verändert. Trotzdem wird Android teilweise als Linux-Distribution angesehen, die viele Eigenschaften mitbringt, die es mit zahlreichen Embedded-Linux-Distributionen teilt.

Geschichte

Im Sommer 2005 kaufte Google das im Herbst 2003 von Andy Rubin gegründete Unternehmen Android, von dem nur wenig mehr bekannt war, als dass es Software für Mobiltelefone entwickelte und vorrangig standortbezogene Dienste behandelte. Ursprünglich war Android ausschließlich zur Steuerung von Digitalkameras gedacht. Am 5. November 2007 gab Google bekannt, gemeinsam mit 33 anderen Mitgliedern der Open Handset Alliance ein Mobiltelefon-Betriebssystem namens Android zu entwickeln. Seit dem 21. Oktober 2008 ist Android offiziell verfügbar.

Als erstes Gerät mit Android als Betriebssystem kam am 22. Oktober 2008 das HTC Dream unter dem Namen T-Mobile G1 in den Vereinigten Staaten auf den Markt. Seit Januar 2010 bringt Google mit der Nexus-Produktereihe auch selbst Android-Geräte auf den Markt. Diese werden von unterschiedlichen Hardware-Partnern gefertigt, die ebenfalls in eigenen Geräten auf Android setzen. Die Software hingegen stammt direkt von Google und wird ohne den sonst üblichen Herstelleraufsatz ausgeliefert. Dadurch ergeben sich kurze Wartezeiten bei Updates, da keine Anpassungen der Software erforderlich sind.

Oberfläche und Bedienung

Der Nutzer steuert Android mittels verschiedener so genannter Navigationstasten. Diese bestehen aus „zurück“ (geht zur vorherigen Aktivität), „Home“ (öffnet den Startbildschirm) und „Letzte Applikationen“ (erlaubt das schnelle Hin- und Herschalten zwischen gleichzeitig laufenden Apps). Vor Android 4.0 und bei einzelnen Herstellern gibt es auch „Menü“ oder „Suche“. Samsung setzte lange Zeit in seinen Geräten auf den Menü- statt Multitasking-Button und vertauschte diesen auch von der Position her mit dem Zurück-Button. Erst in neueren Modellen wird der von Google empfohlene Button verwendet.

Man unterscheidet zwischen Soft- und Hardwaretasten. Erstere befinden sich auf dem Display, letztere als physische Knöpfe auf dem Gerät selber. Vorteil an virtuellen Tasten ist, dass diese bei Bedarf gedreht bzw. versteckt werden und somit kostbaren Display-Platz freigeben können. Der Vollbild-Modus funktioniert aber nur ab Version 4.4. Davor ist es lediglich in Videos möglich, die Navigationsleiste zu verstecken.

Ein großer Vorteil von Android, die Anpassbarkeit, spielt vor allem auch beim Homescreen eine Rolle. So können Entwickler in ihre Programme Widgets einbauen, die der Nutzer auf dem Startbildschirm ablegen kann. Außerdem lassen sich alternative Launcher-Apps mit mehr Einstellungen oder einem anderen Bedienkonzept herunterladen. Beim Druck auf die Hometaste lässt sich auswählen, welche der Apps als Standardanwendung für den Startbildschirm benutzt werden soll. Auch andere Teile des Systems lassen sich ersetzen, bspw. die Tastatur oder der Standardbrowser.

Architektur

Die Architektur von Android baute anfangs auf dem Linux-Kernel 2.6 auf, ab Android 4.x wird ein Kernel der 3.x-Serie verwendet. Er ist für die Speicherverwaltung und Prozessverwaltung zuständig und stellt die zum Abspielen von Multimedia und der Netzwerkkommunikation dar. Außerdem bildet er die Hardwareabstraktionsschicht für den Rest der Software und stellt die Gerätetreiber für das System.

Weitere wichtige Bausteine sind die auf der von Sun Microsystems entwickelten Java-Technik basierende virtuelle Maschine Dalvik (ab Version 5.0 Android Runtime) und die dazugehörigen Android-Java-Klassenbibliotheken. Die Inhalte der Klassenbibliothek orientieren sich stark an der Funktionalität der Java-Standard-Edition. Dabei wurde als Grundlage die freie Reimplementierung der Java-Standard-Edition Apache Harmony verwendet. Die von Android basiert auf der Dalvik Virtual Machine, einer von Google-Mitarbeiter Dan Bornstein entwickelten virtuellen Maschine.

Um eigene Programme für Android zu entwickeln, benötigt man ein aktuelles Java-SDK und zusätzlich das Android-SDK. Zuerst wird der in Java geschriebene Quelltext mit einem normalen Java-Compiler übersetzt und dann von einem Cross-Assembler für die Dalvik-VM angepasst. Aus diesem Grund können Programme prinzipiell mit jeder Java-Entwicklungsumgebung erstellt werden. Die fertige Anwendung muss in ein .apk-Paket (englisch „Android Package“) verpackt werden, anschließend kann sie über Google-Play oder direkt auf dem Gerät mit dem Paketmanager installiert werden.

Das setzt auf starke Modularität. So sind alle Komponenten des Systems generell gleichberechtigt (ausgenommen die virtuelle Maschine und das unterliegende Kernsystem) und können jederzeit ausgetauscht werden. Es ist also beispielsweise möglich, eine eigene Anwendung zum Erstellen von Kurznachrichten oder zum Wählen von Rufnummern zu erstellen und die bisherige Anwendung damit zu ersetzen.

Verfügbarkeit der Quellen

Android ist eine freie Software. Der größte Teil der Plattform steht unter der Apache-Lizenz – Ausnahmen sind der Linux-Kernel, der unter der GPL 2 vertrieben wird, und einzelne vorinstallierte Anwendungen von Google, deren Quelltext nicht verfügbar ist. Der Quelltext der ausschließlich für Tablets geschriebenen und zunächst nur für ausgewählte Gerätehersteller verfügbaren Version 3 wurde von Google erst im Zuge der Veröffentlichung der Quellen von Version 4, die die Smartphone- und die Tabletoberfläche vereinte, freigegeben.

Vorhandene Software

Im Google Play Store (ehemals Android Market) gab es im Juli 2013 mehr als 1.000.000 Anwendungen. Damit verfügt Googles Play Store seitdem über ein größeres App-Angebot als der vorher marktführende App-Anbieter Apple. Im SDK werden zusätzlich eine Reihe von Anwendungen, darunter ein Webbrowser, die Kartenanwendung Google Maps, eine SMS-, E-Mail- und Adressbuchverwaltung, ein Musikprogramm, eine Kamera- und Galerieapplikation, sowie ein Satz von API-Demoanwendungen mitgeliefert.

Erstellte Software kann von den Entwicklern bei Google Play angeboten werden. Verkaufen kann man sie dort allerdings nur, wenn man in bestimmten Staaten ansässig ist, aufgeführt sind unter anderem Deutschland, Österreich sowie die Schweiz. Kostenfreie Software macht etwa 69 Prozent aus. Neben Google Play stehen Entwicklern und Endanwendern auch noch eine Reihe anderer Märkte und Plattformen für Android-Software offen; manche vermeintlich eigenständige verweisen jedoch wiederum auf Google Play.

Google behält eine gewisse Kontrolle über Android-Software. Nur lizenzierte Android-Distributionen dürfen die Google-eigenen (closed-source) Anwendungen wie Google Mail oder Google Maps verwenden sowie auf den Google Play Store für weitere Applikationen zugreifen. Verschiedene Tablets verwenden ein unlizenziertes Android 4 und haben keine Berechtigung für den Zugriff auf den Google Play Store.

Auch ist es nicht möglich, Applikationen aus dem Google Play Store auf einem Nicht-Android-System herunterzuladen (z.B. einem normalen PC), um sie dann über USB auf einem Android-Gerät zu installieren. Einige Software-Hersteller bieten jedoch ihre Applikationen auch in alternativen App-Stores oder direkt als Installationsdatei an; diese lässt sich dann auf beliebige Weise herunterladen und auf dem Android-Gerät installieren.

Kritik

Fernzugriff auf Geräte
Google hat die Möglichkeit, sofern die Google Apps installiert sind, Software ohne vorherige Nachfrage beim Nutzer zu löschen und zu installieren. Über etwaige dauerhafte Verbindungen mit Google-Servern könnten Applikationen via Fernzugriff ohne Einwirkung, jedoch unter Wissen des Nutzers, gelöscht und installiert werden (Statusmeldung). Falls Google eine kostenpflichtige Software löscht, erhält der Kunde den Kaufpreis zurück. Im Juni 2010 hat Google erstmals Anwendungen auf den Endgeräten der Anwender durch einen Fernzugriff gelöscht, nachdem Sicherheitsexperten ein Schadprogramm in den damaligen Android Market eingeschleust hatten, um auf fehlende Kontrollen aufmerksam zu machen.

Offenheit
Obwohl Android freie Software ist, befindet sich bei den meisten standardmäßig ausgelieferten Android-Geräten proprietäre Software von Google, wie etwa die Kartensoftware Google Maps. Auch die meisten eng eingebundenen Google-Online-Services, wie die Google Suchmaschine oder Google Mail, sind proprietär. Überdies besteht Kritik an einem Entwicklungsmodell, das wenig Offenheit für außenstehende Entwickler zeigt.

In einer von der EU finanzierten Studie vom Juli 2011 wurden verschiedene Freie-Software-Projekte mit einem Open Governance Index bewertet, Android fiel dabei mit großem Abstand auf den letzten Platz, während Projekte wie MeeGo, Linux oder Eclipse aufgrund ihres offeneren Entwicklungsprozesses punkteten. Android wurde als „the least open mobile open source project“ („das am wenigsten offene -Projekt für Mobiltelefone“) bezeichnet. Auch wurde die erste Version von Android erst hinter verschlossenen Türen entwickelt und dann freigegeben.

Kontrolle durch Google
Wegen Googles Kontrolle über die Marke Android sowie über das Betriebssystem sind Gerätehersteller auf die Zusammenarbeit mit Google angewiesen. Diese Kontrolle soll Google in der Vergangenheit unter anderem genutzt haben, um zu verhindern, dass Gerätehersteller die Lokalisierungsdienste von Skyhook Wireless anstatt der Google-eigenen benutzen sowie um zu verhindern, dass Acer Geräte mit dem konkurrierenden Betriebssystem Aliyun vorstellt.
Übermittlung privater Daten

Viele Applikationen benötigen Zugang zu privaten Daten wie Kontakte, Lokalisierung sowie Telefonnummer und können diese auch übermitteln. Man kann diesen Zugang verwehren, in diesem Fall wird die Applikation nicht installiert. Einer App können bestimmte Berechtigungen auch nach der Installation wieder entzogen werden, was oft auch ohne Root-Berechtigungen möglich ist. Evtl. ist sie anschließend nicht mehr lauffähig. Es sind zahlreiche Apps bekannt, die deutlich mehr Berechtigungen anfordern und Daten übermitteln, als für ihre Funktion notwendig wäre.

Mitunter fragen auch vorinstallierte Applikationen unnötig viele private Daten ab. Das lässt sich kaum verhindern und die vorinstallierten Applikationen können auch nicht ohne Root-Rechte entfernt werden. Selbst reine Sammel-Apps gänzlich ohne Funktion für den Nutzer wurden bereits vorinstalliert ausgeliefert.

Schadsoftware
Mit seinem ständig steigenden Verbreitungsgrad wird Android für Schadsoftware-Schreiber immer interessanter. Insbesondere die Möglichkeit, ungeprüfte Apps von Drittanbietern zu installieren (dazu ist die Zustimmung des Nutzers erforderlich), erhöht die Gefahr. Google prüft seit Anfang 2012 alle Apps im Play Store automatisch. Daher ist man, wenn man Apps nur von dort installiert, relativ sicher; es sind jedoch auch Fälle von Schadsoftware-Verbreitung über den Play Store bekannt. Weitere Sicherheit bietet das in Android standardmäßige Sandboxing: Alle Apps laufen getrennt in einer Virtuellen Maschine. Angeforderte Berechtigungen der Apps werden angezeigt und bedürfen der Zustimmung des Nutzers.

Diverse Anbieter von Sicherheitssoftware stellen Sicherheits-Apps mit mehr oder weniger guten Resultaten zur Verfügung. Diese Hersteller sind es auch, die oftmals laut und medienwirksam auf eine „Bedrohung“ aufmerksam machen, um ihre Produkte zu vermarkten. Eine weitere Art der Bedrohung über den in den neuesten Geräten vorhandenen Nahbereichsfunk NFC wurde von einem Sicherheitsspezialisten auf der Hackerkonferenz Black Hat 2012 vorgeführt.

Verfügbarkeit von Updates
Android-Smartphones werden oft mit einer älteren Version des Betriebssystems verkauft. Meist gibt es zwischen Kunden und Herstellern keine Supportverträge, wodurch keine vertraglichen Verpflichtungen für den Hersteller bestehen, Updates zur Verfügung zu stellen. Auch ist er durch den Kauf des Geräts nur zu dessen einwandfreiem Betrieb im Auslieferungszustand verpflichtet – eine Update-Verpflichtung aus dem Kaufvertrag besteht nicht. Dass Updates „verspätet“ oder gar nicht erscheinen, wird von Kunden scharf kritisiert.

Quelle: Wikipedia (://de.wikipedia.org/wiki/Android_(Betriebssystem)

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