Google+

+ ist ein soziales des US-amerikanischen Unternehmens Inc. Nach eigenen Angaben ist das Netzwerk eine “soziale Schicht”, die viele der unternehmenseigenen Produkte erweitert. Es unterscheidet sich damit von den meisten anderen sozialen Netzwerken, deren Zugang sich auf einen einzigen Webauftritt beschränkt. Nach anderen Quellen wird das Netzwerk jedoch auch als reines Wettbewerbsprodukt gesehen. Das Netzwerk ist weltweit das zweitgrößte soziale Netzwerk.

Geschichte

Die Internetseite ist seit dem 28. Juni 2011 erreichbar. In einer frühen Phase war das Registrieren nur auf Einladung durch einen vorhandenen Benutzer möglich. Seit dem 20. September 2011 kann man sich auch ohne Einladung bei dem sozialen Netzwerk registrieren. Zu Beginn lag das Mindestalter bei 18 Jahren, welches ab dem 27. Januar 2012 auf 13 Jahre gesenkt wurde.

88 Tage nach der Veröffentlichung zählte Google+ bereits 40 Millionen registrierte Anwender. Somit war es das am schnellsten wachsende soziale Netzwerk der Geschichte. Zum Vergleich: erreichte die gleiche Anzahl an Benutzern nach 1325 Tagen. Am 7. März 2012 wurde bekannt, dass das Netzwerk die Marke von 100 Millionen regelmäßigen Nutzern überschritten habe.

Im April 2012 wurde das Design überarbeitet, zu diesem Zeitpunkt waren 170 Millionen Benutzer registriert, im Juni 250 Millionen. Zum Jahresende 2012 wurde die Nutzerzahl von Google selber mit 500 Millionen beziffert, davon seien 135 Millionen aktiv. 2013 erklärte Google, dass 190 Millionen aktive Nutzer bei Google+ wären.

Am 25. April 2014 gab es Pressemeldungen über einen Umbau von Google+. Der bisherige Projektleiter Vic Gundotra verlasse den Konzern. Etwa 1000 Entwickler würden abgezogen und bei anderen Produkten eingesetzt. Google+ bleibe als Plattform bestehen, die Integration mit anderen Google-Diensten werde aber nicht mehr weitergeführt, berichteten die Financial Times und der Onlinedienst TechCrunch.

Teilnehmer

Google bietet diesen Dienst einerseits Privatpersonen (natürlichen Personen) an, andererseits aber auch Firmen, Institutionen, Vereinen und anderen nicht-natürlichen Personen wie etwa Familien. Bis Juli 2014 mussten sich Privatpersonen mit ihrem Klarnamen, also dem tatsächlichen Vor- und Nachnamen anmelden. Es ist aber möglich, einen sogenannten Alias als Pseudonym zu verwenden.

Die Präsenz einer natürlichen Person nennt Google „Google+ Profil“, während die einer nicht-natürlichen Person als „Google+ Seite“ bezeichnet wird. Beide Formen unterscheiden sich in ihrer Darstellung, aber auch in ihren Möglichkeiten geringfügig.

Funktionen

Google setzt einerseits auf die Kombination seiner bestehenden Dienste, andererseits bietet es auch eine Palette an neuen Social Plugins. Ein essenzieller Unterschied zu den meisten anderen sozialen Netzwerken ist die Tatsache, dass die Beziehungen der Teilnehmer bei Google+ einseitig sein können und nach dem Vorbild von Diaspora in sogenannte Kreise (Circles) eingeteilt werden.

Allgemeine Funktionalität
Die Funktionen des Netzwerks beschreibt Google wie folgt:

  • Mit den Kreisen kann der Nutzer seine Kontakte in Gruppen aufteilen und somit verschiedene Informationen mit bestimmten Kreisen teilen. So kann der Nutzer zum Beispiel mit seiner Familie Bilder der letzten Familienfeier teilen. Die Kontakte müssen nicht bei Google+ angemeldet sein, um einem Kreis anzugehören. Informationen, die mit solchen Personen geteilt werden, werden dann auf Wunsch per E-Mail zugestellt. Eine Einladungs-E-Mail wird von Google+ aber immer dann generiert, wenn eine Person ohne „Google+“-Konto einem Kreis hinzugefügt wird. Als Benutzer kann man sowohl festlegen, wer die Mitglieder der eigenen Kreise sehen darf, als auch, wer sehen darf, in wessen Kreisen man selbst enthalten ist.
  • Beiträge werden im Sprachgebrauch von Google+ „geteilt“, wobei der Ersteller des Beitrags genau festlegen muss, mit wem. Das kann die Öffentlichkeit, die Mitglieder eines oder mehrerer Kreise, aber z. B. auch eine E-Mail-Adresse sein – oder alles in Kombination. Beiträge können ein Bild, einen Film, einen Link oder einen Standort enthalten, wobei diese Elemente automatisch angepasst werden. So wird ein Bild als kleine Voransicht gezeigt, und aus einem Link wird eine Voransicht (mit Bild) erstellt. Ein Beitrag kann auch aus dem Teilen eines fremden Beitrags entstehen, wobei man diese Möglichkeit auch ausschließen kann.
  • Stream nennt Google den Strom der Beiträge. Auf der Seite „Übersicht“ sieht der Benutzer normalerweise alle Beiträge der Gesamtheit seiner Kreise in umgekehrt chronologischer Folge, also die neuesten oben. Man kann pro Kreis die „Lautstärke“ einstellen, womit die Zahl der Beiträge gemeint ist, die in den Stream gemischt werden. Man kann aber auch einen Kreis auswählen und sieht dann nur die Beiträge der darin enthaltenen Personen. Diese Webseiten sind nicht statisch – neue Beiträge lassen die älteren nach unten fließen, ohne dass die Seite neu geladen werden muss.
  • Nutzer von Google+ können Bilddateien in beliebiger Zahl hochladen und sie in Alben organisieren. Zu große Bilder werden dabei entweder auf 2048 × 2048 Pixel verkleinert und können somit ohne Belastung des Google Drive-Speicherplatzes verwendet werden (Standardgröße), oder in ihrer ursprünglichen Größe (Originalgröße) hochgeladen werden. Bei letzterem wird der Speicherplatzverbrauch vom Google Drive-Konto des Nutzers abgezogen. Neben der Darstellung in Google+ sind diese Bilder auch in den Picasa-Webalben vorhanden, gleiches gilt umgekehrt.
  • Kommentare können sowohl zu Beiträgen als auch zu Bildern in Alben abgegeben werden, wobei man diese Möglichkeit für eigene Beiträge auch sperren kann. Kommentare enthalten lediglich Text mit minimalen Möglichkeiten der Formatierung. Sie werden im Stream unterhalb der Beiträge angezeigt.
  • +1 ist eine Schaltfläche, mit der der Benutzer öffentlich mitteilen kann, was er als positiv empfindet. Die Funktion ist mit der „Gefällt mir“-Schaltfläche von Facebook vergleichbar. Diese Schaltfläche steht bei jedem Beitrag, jedem Kommentar und jedem Bild zur Verfügung, sie kann auf fremden Websites auftreten.
  • Viele Aktionen können eine Benachrichtigung auslösen, wobei der Benutzer sehr fein einstellen kann, worüber er benachrichtigt werden möchte. So kann z. B. eine Benachrichtigung dann erfolgen, wenn ein (evtl. fremder) Beitrag kommentiert wird, nachdem der Benutzer selbst diesen Beitrag kommentiert hatte. Die Zahl der neuen Benachrichtigungen wird in der Google-Leiste in einem roten Kreis (früher ein rotes Quadrat) angezeigt, ein Klick darauf öffnet eine Liste, in der auch verschiedene Aktionen direkt ausgeführt werden können.
  • Google Hangouts sind Chats, zu denen der Benutzer beliebig viele andere Personen einladen und dann über Video-Chat eine Unterhaltung führen kann. Es können 10 Personen gleichzeitig an einem Hangout teilnehmen.
  • Mit Hangouts on Air haben Benutzer die Möglichkeit, einen Videostream live zu veröffentlichen. Der Stream wird gleichzeitig auf archiviert und öffentlich zugänglich gemacht. Die Funktion wurde in Deutschland am 15. August 2012 freigeschaltet, nachdem sie in anderen Ländern bereits seit September 2011 zur Verfügung stand. Sie ist rechtlich umstritten, da öffentliche Sendungen dem Rundfunkstaatsvertrag unterliegen.
  • Die Google+-Leiste, welche sich wie bei anderen Google-Produkten am oberen Rand befindet, dient u. a. zum schnellen Kontowechsel und zur bequemeren Verwaltung. Sie stellt eine Verbindung zwischen Google+ und sämtlichen anderen Google-Produkten dar.
  • Mit Google+ können Gruppen gemeinsam über ein beliebiges Thema diskutieren. Die Funktion, die im Dezember 2012 erstmals eingeführt wurde, ermöglicht die dauerhafte Bereitstellung bestimmter Inhalte ausschließlich für einen definierten Personenkreis oder die allgemeine Öffentlichkeit. Innerhalb einer sogenannten Community lassen sich Hangouts und Veranstaltungen abhalten.

Laut offizieller Angaben sind bislang nur 20 Prozent der geplanten Funktionen von Google+ umgesetzt. In den kommenden Jahren sollen vor allem die und die Google+ weiter ausgebaut werden.

Funktionen innerhalb von Texten

  • Nennung von Namen: Der Name eines anderen Profils kann automatisiert in einen Text übernommen werden. Dazu tippt man ein Pluszeichen oder ein @-Zeichen und beginnt, den Namen zu tippen. Das System zeigt dann – fortschreitend mit dem Tippen – eine Auswahl von Profilen, aus denen man das gewünschte auswählen muss. Die Erwähnung eines Profils löst in der Regel eine Benachrichtigung dieses Profils aus. Nichtöffentliche Beiträge, die für ein bestimmtes Profil nicht sichtbar waren, werden für dieses Profil sichtbar, wenn es (auch in einem Kommentar) genannt wird.
  • Hashtags: Ein Doppelkreuz (#), ohne Abstand vor ein einzelnes Wort geschrieben, macht dieses zum Suchbegriff. Nach Veröffentlichung des Beitrags kann der Leser auf dieses Wort klicken, wodurch eine Google-Plus-interne Suche nach dem Hashtag gestartet wird. Erwähnungen des betr. Wortes ohne das “#”-Zeichen werden dabei nicht gefunden, auch werden Erwähnungen des Hashtags in Kommentaren nicht berücksichtigt.
  • Auch Textformatierungen innerhalb von Beiträgen und Kommentaren sind möglich:

– Fettschrift durch Einschließen in ein Sternsymbol,
– Kursivschrift durch Einschließen in einen Unterstrich,
– Durchgestrichener Text durch Einschließen in ein Minuszeichen.

Die Zeichen sind jeweils ohne Abstand vor bzw. nach dem Wort / den Worten zu schreiben.

Nutzerprofil

Der Begriff Profil steht bei Google+ nicht nur für die Präsenz einer natürlichen Person (siehe Teilnehmer), sondern auch für die fünf persönlichen Seiten („Tabs“) jedes Benutzers:

  • Beiträge zeigt die Beiträge des Nutzers als Auszug des Streams.
  • Über mich enthält die persönlichen Daten des Benutzers, wobei Google dazu auffordert, Angaben zu machen, dies aber nicht erzwingt. Die Seite ist nur sehr bedingt gestaltbar, stattdessen bietet Google eine Vielzahl von Feldern an, die ausgefüllt werden können, wie etwa die Adresse, Beruf, Beschäftigungen usw. Für jede Gruppe von Angaben kann der Nutzer festlegen, wer diese sehen darf: etwa die Öffentlichkeit, alle Kreise, nur er selber.
  • Fotos führt zu den Bildern, wobei es neben den vom Benutzer explizit angelegten Alben noch weitere gibt: „Fotos des Benutzers“ mit den Bildern, auf denen der Benutzer „getaggt“, also identifiziert wurde, „Fotos von Posts“, wo die Bilder gesammelt sind, die keinem Album zugeordnet sind, aber bei Beiträgen Verwendung fanden, „Fotos für die Fotowand“ und schließlich „Profilfotos“, die alle (evtl. früheren) Profilfotos enthält. Außerhalb des Profils gibt es außerdem noch die Bilderrubrik „Vom Telefon“, wo die (auf Wunsch) hochgeladenen Fotos des Telefons gesammelt sind. Diese sind – solange sie mit niemandem geteilt sind – nur für den Benutzer selbst sichtbar. Weiters gibt es seit Mai 2014 die Möglichkeit sich Stories anzeigen zu lassen. Dabei erstellt Google+ anhand der Koordinaten in den Fotos eine Diashow zu Ereignissen, z. B. zum vergangenen Urlaub, einer Geburtstagsfeier usw.
  • Videos führt zu den Videos des Benutzers.
  • +1 zeigt eine Liste der (fremden) Websites, die der Benutzer über die „+1“-Schaltfläche positiv bewertet hat.

Die Seiten Fotos, Videos und +1 können durch den Benutzer für andere ausgeblendet werden. Über dem Profil wird das Profilbild (das in verkleinerter Form auch bei jedem Beitrag angezeigt wird) und eine Fotowand aus fünf quadratischen Bildern angezeigt, alternativ ist auch ein breites Bild möglich.

Google ermöglicht es ausgesuchten Nutzern, die öffentliche Adresse ihres Profils mit Hilfe einer sogenannten Vanity URL zu verkürzen. An Stelle der Profilnummer enthält die Vanity URL einen Kurznamen, der dem Nutzer automatisch vorgeschlagen wird und nicht bearbeitet werden kann. Im August 2012 hat Google mit der Einführung der Vanity-URLs für deutschsprachige Nutzer begonnen.

Google+ Seiten

Am 7. November 2011 startete Google Profile für Unternehmen und Organisationen unter dem Namen „Google+ Seiten“ (+Pages). So ist es auch Unternehmen und Vereinen möglich, unter ihrem Namen aufzutreten, Benutzer in Kreise einzuteilen oder Videokonferenzen über die Funktion Hangouts zu führen. Diese Seiten haben einen Eigentümer und sie können einen oder mehrere Administratoren haben, die die Inhalte bearbeiten dürfen. Eine Seite muss vom Profil einer natürlichen Person aus angelegt werden – diese muss darauf aber nicht erkennbar sein.

Ende 2011 führte Google eine manuelle Überprüfung der Authentizität von Google+ Seiten ein, die von den Inhabern der Seite beantragt werden kann. Erfolgreich überprüfte Seiten werden mit einem Häkchen-Symbol gekennzeichnet und bieten dem Benutzer die Sicherheit, dass diese Seite wirklich von der genannte Marke oder Firma verwaltet wird. Die Überprüfung wird nur für Seiten ab einer bestimmten Nutzerzahl gewährt.

Am 19. Juli 2012 hat Google den Zugriff auf Google+-Seiten durch dritte Anwendungen geöffnet. Während dieser zu Beginn nur ausgewählten Unternehmen möglich war, kann jetzt jeder Dienst über eine öffentliche API auf „Google+“-Seiten und Kreise zugreifen. Dazu gehört insbesondere das Programm HootSuite, das primär von Unternehmen zur zentralen Steuerung mehrerer sozialer Netzwerke genutzt wird.

Anwendungen

Google hat frühzeitig damit begonnen, Apps für den mobilen Zugriff auf Google+ bereitzustellen. Derzeit werden die Betriebssysteme iOS und unterstützt, sowohl bei Nutzung eines Smartphones als auch auf Tablets. Die letzte größere Überarbeitung der Apps wurde im Mai 2012 vorgestellt und enthielt unter anderem Google Hangouts und eine verbesserte Navigation mit Schnellzugriff.

Zuletzt veröffentlichte Google am 10. Juli 2012 eine Variante der App für das iPad. Sie wurde im Zuge der Google I/O erstmals angekündigt und unterstützt auch hochauflösende Bildschirme, inklusive des Retina-Displays von Apple. Seit Oktober 2012 ist es möglich, nicht nur Profile, sondern auch (Organisations-)Seiten über die entsprechende App für iOS zu verwalten.

Integration

Im November 2011 hat Google damit begonnen, Informationen aus Google+ in die Suchergebnisse zu integrieren. Im Zuge dessen erfuhr besonders die Anzeige von Profilfotos hohe Beachtung, über die der Autor einer Webseite direkt in den Ergebnissen ersichtlich ist. Technisch wird die Verbindung zwischen Google Websuche, Google+ und der betroffenen Webseite mit Hilfe von Meta-Elementen realisiert. Die Kennzeichnung einer Webseite mit einem Profil bei Google+ als Autor schaltet für die jeweilige Person automatisch den Zugriff auf die Google Webmaster Tools frei.

Google hat Inhalte aus dem sozialen Netzwerk Google+ über mehrere Monate hinweg höher bewertet als Inhalte konkurrierender Plattformen. Das führte dazu, dass Benutzerprofile und Seiten tendenziell über den Suchergebnissen der Konkurrenz angezeigt wurden, sofern diese auf Google+ aktiv waren. Google wollte damit die Verbreitung des eigenen Netzwerks fördern, was massive Kritik seitens der Europäischen Kommission nach sich zog. Im August 2012 hat Google die Bevorzugung offiziell eingestellt.

Quelle: (https://de..org/wiki/Google%2B)

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