Google Earth

ist eine des US-amerikanischen Unternehmens Inc., die einen virtuellen Globus darstellt. Sie kann Satelliten- und Luftbilder unterschiedlicher Auflösung mit Geodaten überlagern und auf einem digitalen Höhenmodell der Erde zeigen. Die Software ist in der Grundform unentgeltlich und für die Betriebssysteme MS Windows (XP, Vista, 7, 8), OS X (ab 10.3.9) und Linux verfügbar, sowie auf BSD-Derivaten lauffähig.

Geschichte

Das im Jahre 2001 gegründete Unternehmen Keyhole Corp. von Michael T. Jones (ehemaliger Chefentwickler der SGI Grafikbibliotheken) hatte die Software unter dem Namen „Keyhole“ (in Anlehnung an eine Serie von Spionagesatelliten) gestartet und unter dem Namen „Earth Viewer“ weiter entwickelt. 2004 veröffentlichte die NASA mit World Wind eine sehr ähnliche Software unter einer Open Source Lizenz. Am 27. Oktober 2004 kaufte Google Inc. das Unternehmen Keyhole Corp. und benannte die Software Earth Viewer ab dem 28. Juni 2005 in Google Earth um. Die Portierung auf OS X wurde im Januar 2006, die Linux-Portierung im Juni 2006 veröffentlicht.

Versionen

Google Earth
Google Earth ist eine kostenlose Basisversion der Software. Neben der einfachen Navigation auf dem Globus wurden eine Suchfunktion und ein Messwerkzeug integriert. Über ein Auswahlmenü lassen sich die unterschiedlichsten Kartenschichten ein- und ausblenden, weiterhin eigene Punktkoordinaten abspeichern. Seit Version 4.0.2735 unterstützt das Programm die Darstellung von Texturen auf 3D-Modellen.

Google Earth Plus
Google Earth Plus ist eine kostenpflichtige Version (20 US-Dollar jährlich) mit erweiterten Funktionen gegenüber der Basisversion.

Folgende Funktionen sind zusätzlich verfügbar:

  • GPS-Integration – liest Wegstrecken und Wegpunkte von GPS-Geräten (mit Zusatztool auch in der Basisversion verfügbar)
  • höhere Auflösung beim Druck möglich
  • Erstellung von Gebäuden möglich

Mit dem Erscheinen der Programmversion 5.0 stellt Google die Version Google Earth Plus ein, da die kostenlose Grundversion alleine schon die GPS-Integration bringt und somit die Vorteile von Plus zu gering wären. Die bisher erworbenen Abos laufen aus. Bisherigen Earth-Plus-Inhabern bietet Google einen Umstieg auf Google Earth Pro für einmalig 99 US-Dollar (danach 400 US-Dollar) an.

Google Earth Pro
Google Earth Pro, eine kostenpflichtige Version (400 US-Dollar jährlich) für professionelle Zwecke, unterstützt weitere Module wie etwa einen Movie-Maker.

Unterstützt wird der Import der Formaten MapInfo .TAB, ESRI Shapefile, US Census Tiger Line Files (RT1) und MicroStation DGN.

-Version
Die Bilddaten von Google-Earth sind darüber hinaus mittels auch über einen Web-Browser einzusehen. Allerdings war die dreidimensionale Ansicht damit nicht möglich. Seit dem 27. April 2010 ist Google Earth auch in Maps integriert, so dass man auch eine 3D-Ansicht hat und unter Wasser gehen kann. Wie bei der Software kann man die Bilder auch kippen.

Google Earth Mobil
Seit 2010 kann Google Earth auch als Anwendung aus Apples App Store heruntergeladen werden. Außerdem ist es noch für Nexus One und erhältlich.

In der Google Earth App kann man die meisten Funktionen der Desktopversion auch nutzen, beispielsweise 3D-Bilder und Geländedarstellungen, zoomen und neigen usw. Allerdings kann mit der mobilen Version von Google Earth weder genutzt werden, noch können 3D-Modelle selber hinzugefügt werden.

Funktionen

Google Sky
Ab der Version 4.2 wurde die Funktion Google Sky eingeführt. Mit dieser Funktion ist es möglich, virtuell durch das Weltall zu reisen. Diese Bilder sind unter anderem vom Hubble-Weltraumteleskop aufgenommen. Auch die Bilddaten von Sky sind über eine im Browser verfügbar.

Flugsimulator
Mit einer zunächst versteckten (erst seit Version 5.0 auch über das Menü erreichbaren) Funktion (Easteregg) kann man Google Earth auch als Flugsimulator nutzen.

Gigapixel-Bilder
Mit Version 4.2 können auch Bilder mit einer Auflösung im Gigapixel-Bereich in Google Earth eingebunden werden.

Street View
Seit Version 4.3 sind die in Google Maps bekannten Rundumsichten aus den Straßen einiger Gebiete, genannt Street View, auch in Google Earth erreichbar.

Sonnenstandsfunktion
Ebenfalls seit Version 4.3 verfügt Google Earth über eine Funktion, die das Sonnenlicht auf der Erdoberfläche zu einem frei wählbaren Zeitpunkt simuliert. So kann ein beliebiger Ort bei Tag, Nacht und in der Dämmerung angezeigt werden. Das Geländemodell sowie 3D-Modelle werden in die Berechnung miteinbezogen, so dass z. B. auch Schattenhänge in engen Tälern dargestellt werden. Der Sonnenauf- und Untergang ist auch als Animation abspielbar.

Google Ocean
Seit Version 5.0 ist es durch die Google-Ocean-Funktion möglich, Unterwasserreliefs in 3D-Ansicht zu betrachten. Per Video kann man Informationen über die Vegetation des gerade betrachteten Abschnitts erhalten oder sich über in der Nähe befindliche Schiffswracks informieren.

Zeitreisenfunktion
Ebenfalls lassen sich seit Version 5.0 einzelne Gebiete, wie zum Beispiel New York City, so betrachten, wie sie zu einem bestimmten Zeitpunkt aussahen. Diesen kann man auf einer Zeitleiste bestimmen. Das wird durch historische Luft- und Satellitenbilder möglich, die über die Google-Earth-Oberfläche gelegt werden.

Google Mars
Auch der Mars lässt sich seit Version 5.0 virtuell betrachten. Zwar reicht die Schärfe der Satellitenfotos bei Weitem nicht an die der Erde heran, doch an markanten Stellen, wie zum Beispiel an der mächtigsten Erhebung des Mars, dem Olympus Mons, bleiben die Fotos beim Heranzoomen bis auf ca. 2000 m Sichthöhe scharf. Auch kann man per Klick auf entsprechende Symbole auf der Marsoberfläche Informationen zu den Forschungsprojekten erhalten, die dort stattfinden bzw. stattgefunden haben. Die Satellitenaufnahmen des Mars sind ebenso über den Browser erreichbar.

Google Moon
Zum 40-jährigen Jubiläum der Mondlandung von Apollo 11 wurde Google Moon zur Verfügung gestellt, womit nun auch der Mond virtuell besucht werden kann. Auch dies ist über eine Website möglich.

Niederschlagsfunktion
Seit Version 5.2 ist es möglich, durch die Wetterdaten erstellten virtuellen Niederschlag zu beobachten. Dabei sind neben Regen und Schnee auch Stürme möglich. Kritisiert wird, dass die Daten zum Teil nicht mit den örtlichen Prognosen übereinstimmen.

Reiseführer
Der Reiseführer zeigt einige Bilder und die Grenzen von zum Beispiel Kontinenten, Städten und Ländern an, zu denen ein kleiner Text zur Information aus angezeigt wird.

Historische Karten
Google Earth kann historische Karten anzeigen, die sich als neue Ebene über die Karte legen. Wenn man beispielsweise einen Ausschnitt von Baden-Württemberg auswählt, wird der Rest der Karte immer noch angezeigt.

Daten

Google Earth benutzt für die Projektion das globale geodätische System WGS84. Beginnend bei einer Ansicht des Globus kann man immer weiter in die Details hineinzoomen. Viele der Daten sind auch über Google Maps als Website verfügbar.

Im Juni 2006 umfasste die Datenbank ca. 70,5 Terabyte Bild- und 500 GB Indexdaten. Nach mehreren großen Updates wurde der Umfang im September 2006 auf 150 TB geschätzt, diese Zahl hat sich mittlerweile weiter erhöht.

Bilddaten
Die Qualität der Aufnahmen ist unterschiedlich. Die Detailauflösung der Rasterdaten beträgt flächendeckend meist 15 m (ein Pixel entspricht 15 m × 15 m), in einigen Ballungsgebieten sind teilweise auch Auflösungen bis zu 15 cm verfügbar. Bei dieser Auflösung lassen sich einzelne Menschen erkennen, wobei ein günstiger Schattenwurf hilfreich ist.

  • Basis-Auflösung
    • weltweit meist 15 m (Einige Inseln in den Weltmeeren sind nur mit der sehr niedrigen Auflösung des Blue-Marble-Bildes zu sehen.)
  • typische hohe Auflösung
    • Große Bereiche Europas und in den USA teilweise ganze Staaten: 1 m, 60 cm, 30 cm, 15 cm. Einige Städte sind sogar mit einer noch höheren Auflösung von 5-10 cm pro Pixel dargestellt.
    • Global: hohe Auflösungen in den meisten Ballungsräumen weltweit (z. B. Bagdad).

Die Bilddaten gröberer Auflösung – bis im besten Falle 60 cm – stammen zwar aus Satellitenbildern, für höhere Auflösungen werden jedoch aus Flugzeugen aufgenommene Bilder verwendet. Als Hauptdatenquelle gilt 2006 das Unternehmen DigitalGlobe, welches selbst zwei Satelliten betreibt.

Wie Google seit Jahren versichert, sind die Bilddaten durchschnittlich zwischen einem und drei Jahre alt; es befinden sich nachweislich auch Daten darunter, die zehn Jahre und älter sind (so stammen manche hochauflösenden Daten der Schweiz von 1997 und die flächendeckenden Daten für Deutschland sind auf den 4. März 2000 datiert).

So sind zum Beispiel die Aufnahmen einiger Regionen Europas trotz dichter Besiedlung unscharf oder veraltet, während beispielsweise vom dünnbesiedelten grönländischen Ort Nuuk überdurchschnittlich gute Bilder vorliegen.

Seit Version 4.3 wird der Aufnahmezeitpunkt, wenn dieser bekannt ist, jahres-, monats- oder oft sogar tagesgenau an der unteren Fensterkante eingeblendet.

Vektordaten
Neben den Bilddaten (Rasterdaten) greift die Software auf zahlreiche Vektordatensätze zu. Ländergrenzen, Ortschaften oder Verkehrsnetze sind so einblendbar. Besonders im US-amerikanischen Raum sind zahlreiche weitere Kartenschichten wie Hotels, Schulen und Apotheken verfügbar. Im deutschsprachigen Raum können z. B. Straßenverläufe und Straßennamen angezeigt werden.

Selbsterstellte Daten
Da sich eigene Geodaten im Keyhole Markup Language (KML)-Format abspeichern und wieder einladen lassen, stellen zahlreiche Anwender Zusatzdaten bereit. Mittels sogenannter Netzwerklinks können diese Daten auch aktuell vom nachgeladen werden. Neben Verkehrsdaten, Wetterinfos oder 3D-Modellen (z. B. vom Eiffelturm) gibt es viele Punktkoordinaten-Sammlungen.

Die 3D-Modelle kann man dabei mittels Google Sketchup recht einfach auf Basis der Luftbilder und Höhendaten selbst erzeugen. Durch Kooperation mit der Webseite Panoramio.com, die von Google übernommen wurde, können auch Benutzerfotos, mittlerweile über 3.000.000 mit lokalem Bezug dargestellt werden.

Rechtliche Situation
Ein persönlicher Gebrauch von Screenshots ist auf der eigenen Homepage, Blog oder Dokumenten bei Quellennennung erlaubt, jede kommerzielle Nutzung bedarf einer Genehmigung.

Zensur
In verschiedenen Ländern wurde bereits 2005 kritisiert, dass die von Google Earth gezeigten Details zu genau seien und zum Beispiel bei der Vorbereitung terroristischer Angriffe helfen könnten. Kritik kommt unter anderem aus Indien, Australien und Südkorea.

Tatsächlich wurden bereits Objekte wie zum Beispiel bestimmte Orte und Gebäude in den USA und anderen Ländern aus Sicherheitsgründen unkenntlich gemacht.

Mit Google Earth gefundene Objekte

Durch die große Zahl von Nutzern wurden Dinge in der Landschaft entdeckt, die bis dato die Luftbildarchäologie nicht fand.

Römische Villa in Italien
Einem Bericht der italienischen Zeitung La Repubblica vom 20. September 2005 zufolge fand ein Italiener namens Luca Mori eine römische Villa aus der Antike. Ihm sei, während er an seinem Rechner mit Google Earth die Gegend rund um seine Heimatstadt Parma erkundet habe, eine seltsame Form in der Nähe der kleinen Gemeinde Sorbolo ♁44° 52′ 48″ N, 10° 25′ 27″ O aufgefallen. Daraufhin habe er Archäologen eines Museums in Parma informiert. Diese seien dem Hinweis nachgegangen und fanden bei Ausgrabungen tatsächlich eine antike Villa.

Reliefmodell in China
Unweit der Stadt Yinchuan in China wurde ein riesiges Reliefmodell im Maßstab 1:500 entdeckt(♁38° 15′ 57″ N, 105° 57′ 2″ O). Das in einem Militärgebiet liegende Reliefmodell hat eine Länge von 900 m und eine Breite von 700 m. Es zeigt die 2400 km entfernte, von Indien beanspruchte Hochlandregion Aksai Chin am Westrand von Tibet, nordöstlich von Kaschmir (♁34° N, 79° O).

Impaktkrater
Im Jahre 2009 entdeckte Vincento De Michele im südwestlichen Ägypten in der Nähe der Grenze zum Sudan einen 45 m großen Einschlagkrater. Forschungsexpeditionen machten Meteoritenfunde und bestätigten einen geologisch jungen und gut erhaltenen Krater. Der Impaktkrater trägt die Bezeichnung Kamil-Krater nach dem in der Nähe liegenden Berg Djebel Kamil.

Gebäude-Erstellungstool

Mit dem Gebäude-Erstellungstool können Nutzer mithilfe der Satellitenansichten 3D-Modelle von Gebäuden erstellen. Die 3D-Modelle werden von Google geprüft, bei mehreren eingereichten Modellen wird jeweils das Beste ausgesucht und freigeschaltet. Ziel von Google ist es, von allen Gebäuden der Welt 3D-Modelle zu sammeln.

Trivia

  • Die Ameisenart Proceratium google aus Madagaskar erhielt ihren Namen aus Dankbarkeit ihres Entdeckers für die Nützlichkeit von Google Earth bei seinen Forschungen.
  • Einige von Fans programmierte Erweiterungen für den Flight Simulator X greifen auf die Datenbanken von Google Earth zu und texturieren mit ihr die Landschaft um das Flugzeug herum. Zwar ergeben sich somit wunderbar detaillierte Landschaften, jedoch schränkt die Übertragungsrate der eigenen Internetanbindung sowie der Google-eigenen Datenbank die Nutzung ein. Zusätzlich unterbindet Google die übermäßige Nutzung durch solche Fremddienste und unterbricht die Verbindung nach einer bestimmten Zeit oder Datenmenge.
  • Der Film Crank und dessen Fortsetzung Crank 2: High Voltage benutzen intensiv Bilder und Animationen aus Google Earth, wenn z. B. der Hauptcharakter einen neuen Ort aufsucht.
  • Mit Unterstützung von Michael T. Jones wurde 2010 in Deutschland ein interaktiver „sphärischer Globus“ (Multitouch Globus) auf Basis von Google Earth entwickelt. Google lieferte dabei die Softwareerweiterung „EarthPlusPlus“, um den Computer mit Multi-Touch-Bildschirm (Durchmesser 1 m) mit Daten zu versorgen. Dieser Spezialrechner soll unter anderem mit erweiterten Funktionen die Seenavigation erleichtern.
  • Als Midway-Bug wird ein Polygonenfehler bezeichnet, durch den keine akkuraten Polygone über den 180. Längengrad gezeichnet werden können. Sein fortwährendes Vorhandensein ist insofern bemerkenswert, als er bereits seit mehreren Jahren bekannt ist, ohne behoben worden zu sein. Der Bug hat seinen Namen von den Midwayinseln, einem zu den Außengebieten der Vereinigten Staaten gehörenden Atoll, das unweit der Datumsgrenze in der Nähe des 180. Längengrades liegt.
  • Kritikwürdig ist, dass Bilder, die als unpassend („inappropriate“) oder falsch positioniert („misplaced“) entdeckt werden, nicht ohne ein Benutzerkonto bei Panoramio Google gemeldet werden können. Dies erschwert die Fehlerkorrektur.

Quelle: Wikipedia (://de.wikipedia.org/wiki/Google_Earth)

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