Google Street View

ist ein Zusatzdienst zu Googles Kartendienst Maps und dem Geoprogramm Earth. Es werden Ansichten in 360-Grad-Panoramabildern aus der Straßenperspektive dargestellt. Erstmals vorgestellt wurde der Dienst im Mai 2007 auf der Where-2.0-Konferenz in San José mit ausgesuchten, lediglich in den Vereinigten Staaten verfügbaren Ansichten. In der Folgezeit wurde der Dienst international ausgeweitet und sorgte insbesondere aufgrund von Datenschutzbedenken für Schlagzeilen.

Technik und Aufnahme

Bei den Rohdaten handelt es sich um digitalisierte 360-Grad-Panoramabilder, die mit speziell ausgerüsteten Pkw und Fahrrädern aufgenommen werden. Diese Spezialfahrzeuge haben auf dem Dach in etwa 2,9 Metern Höhe (beim Google-Bike augenscheinlich etwas niedriger) neun Kameras montiert: acht Kameras für den 360-Grad-Blick, eine Kamera ist nach oben gerichtet.

Darüber hinaus sind drei Lasermessgeräte zur dreidimensionalen Vermessung vorhanden. Durch die gesammelten 3D-Daten soll es zu einem späteren Zeitpunkt in auch eine räumliche Darstellung der Gebäude mit den Street-View-Daten als Oberflächen geben. Der Erfassungsradius der von der deutschen Firma Sick AG hergestellten Laserscanner beträgt etwa 50 Meter.

Zusätzlich zu den Foto- und 3D-Daten werden auch Daten über Funknetze gesammelt. Diese Daten umfassen den Netzwerknamen (SSID), die Verschlüsselungsstärke und die MAC-Adressen der verwendeten Geräte. Diese WLAN-Daten sollen zur WLAN-basierten Ortung dienen. Neben diesen Verkehrsdaten wurden, soweit die Netzwerke nicht verschlüsselt waren, auch die übermittelten Daten mitgeschnitten.

Google verwendet dazu das Programm Kismet. Die Methode ist, unter anderem als Wardriving, seit längerem bekannt. Im März 2011 verhängte die französische Datenschutzbehörde CNIL eine Geldstrafe gegen Google wegen des Datensammelns.

Zur Nutzung der Street-View-Daten in gelangt der Nutzer, indem er das gelb-orange Symbol eines stilisierten Männchens (Pegman) auf der linken oberen Seite des Google-Maps-Interface mit dem Cursor in dem ausgewählten Gebiet auf einen bestimmten Ort zieht. Straßen, für die Street-View-Daten verfügbar ist, sind blau unterlegt. Steht Street View für eine bestimmte Karte nicht zur Verfügung, ist das Männchen ausgegraut.

Das Bild ist dann mit der Maus um sowie nach oben und unten drehbar. In Google Maps sind Pfeile in das Bild integriert, um zum nächsten oder zurück zum vorherigen Panorama zu wechseln. Da etwa alle zehn Meter ein Foto gemacht wird, ist es dadurch möglich, eine Strecke virtuell in Google Maps oder Google Earth “abzufahren”.

Kameras
Google hat in der Vergangenheit vier Arten von Street-View-Kameras montiert. Kameras der Generation 1, 2, 3 und 4 wurden verwendet, um Fotos in den Vereinigten Staaten zu machen. Die erste Generation der Kameras war schnell überholt, und weitere Bilder wurden mit der zweiten und dritten Generation aufgenommen. Die zweite Generation wurde verwendet, um Fotos in Australien zu machen.

Die erste, zweite und dritte Generation der Street-View-Kameras verursachten einen gelegentlich sichtbaren Schatten in den Bildern, die morgens und abends aufgenommen wurden. Die neue Kamera der vierten Generation wird verwendet, um alte Aufnahmen zu ersetzen, die mit früheren Kameragenerationen aufgenommen wurden. Die vierte Generation der Street-View-Kamera nimmt Bilder nahezu in HD-Qualität auf, also wesentlich besser als frühere Kameras.

Im Februar 2010 führte Google an einem Schneemobil die vierte Generation der Street-View-Kamera mit, um Bilder der “Whistler Blackcomb Ski Slopes” für die Olympischen Winterspiele in Vancouver (Kanada) aufzunehmen. Im Oktober 2011 hat Google damit begonnen, auch Bahnstrecken für Street View zu erfassen. Die Verbindung zwischen Thusis über St. Moritz nach Tirano gehört zum UNESCO-Welterbe, Google wurde bei dem Vorhaben durch die Rhätische Bahn unterstützt.

Verfügbarkeit

Der Dienst erfasst in den USA einen Großteil des Landes und steht seit Sommer 2008 auch für Teile Frankreichs, Japans, Italiens, Spaniens, Neuseelands und Australiens zur Verfügung. Die Strecke der Tour de France im Jahr 2008 wurde drei Tage vor ihrem Start in Google Street View veröffentlicht. Seit März 2009 ist der Dienst auch in Großbritannien und den Niederlanden verfügbar.

Die Städte Rom, Mailand, Florenz sowie Straßen rund um den Comer See, mit vielen kleinen Dörfern und Städten, sind bereits erfasst und verfügbar. Am 18. August 2009 wurden Straßenansichten der Schweizer Großregionen von Genf, Basel, Bern und Zürich sowie Luzern, Winterthur und der portugiesischen Städte Lissabon und Porto veröffentlicht.

Außerdem ist Mexiko-Stadt per Street View einsehbar. Am 20. Januar 2010 wurden Dänemark und Schweden hinzugefügt, am 9. Februar Norwegen und Finnland. Am 11. März kamen Hongkong und Macao hinzu. Am 8. Juni wurden Bilder aus Südafrika aus Anlass der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 veröffentlicht. Am 8. Dezember wurde Street View für Rumänien veröffentlicht.

Deutschland

Ab Juli 2008 nahm Google deutsche Straßen in vielen Städten und Landkreisen auf und veröffentlichte, an welchen Orten weitere Aufnahmen geplant wurden. Nach einer Pause im Winter 2008/2009 waren die Google-Fahrzeuge seit März 2009 wieder auf Deutschlands Straßen im Einsatz. Laut Google sollen Aufnahmen vorwiegend bei schönem Wetter gemacht werden.

Am 10. August 2010 gab Google bekannt, dass der Kartendienst noch im Jahr 2010 für die 20 größten Städte Deutschlands bereitgestellt werden soll. Diese Städte sind (laut Hilfeseite von Google Deutschland): Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal. Google begann im August 2010, ganzseitige Anzeigen in Zeitschriften, Tageszeitungen und Regionalzeitungen zu schalten.

Dazu wurde am 17. August 2010 eine Seite eingerichtet, auf der man vor Veröffentlichung die Unkenntlichmachung des eigenen Hauses beantragen kann. Nach anhaltender Kritik von Politikern und Verbraucherschützern wegen der zu kurzen Widerspruchsfrist gab Google am 19. August 2010 bekannt, die Frist um vier Wochen zu verlängern. Die Widerspruchsfrist für die o. g. Städte betrug damit acht Wochen und ging am 15. Oktober 2010 zu Ende. Auch nach der Veröffentlichung von Street View werden Widersprüche möglich sein.

Google ließ die Unkenntlichmachung von Experten des TÜV Rheinland prüfen, somit wollte Google sicherstellen, dass der Prozess bestmöglich funktionieren würde. Nachdem diese den Prozess und eine repräsentative Stichprobe von Anträgen untersuchten, bekam Google das TÜV-Rheinland-Gütesiegel Google räumt jedoch ein, dass es aufgrund der manuellen Unkenntlichmachung vereinzelt zu Fehlern kommen kann. Es weist darauf hin, dass in solchen Fällen ein wiederholter Einspruch möglich ist, den die Mitarbeiter schnellstmöglich bearbeiten.

Bis November 2010 waren über Google Street View noch keine Bilder aus Deutschland abrufbar, da Google zuvor Forderungen der Datenschutzbehörden nachkommen wollte. Stellvertretend für die jeweiligen Behörden der Bundesländer werden die Gespräche mit dem hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit geführt.

Allerdings war ein ähnlicher Dienst über den Anbieter sightwalk für wenige deutsche Städte bereits verfügbar. Darüber hinaus sind in vielen urbanen Gebieten schon seit 2007 bei Bing Maps – Microsofts Konkurrenzangebot – hochaufgelöste, flächendeckende Luftbilder aus zumeist vier Perspektiven zu unterschiedlichen Zeitpunkten jederzeit abrufbar. Mit Bing Streetside ist zudem ein ähnlicher Straßenansichtsdienst geplant.

Ebenso hat Nokia-Tochter Navteq im Frühjahr 2010 begonnen, Straßen in den Vereinigten Staaten, teilweise auch Frankreich und in Großbritannien abzufotografieren. Obwohl zunächst keine Bilder aus Deutschland verfügbar waren, erfolgten nach Angaben von Google etwa 1 Million Aufrufe pro Tag aus Deutschland, so viele wie aus keinem anderen Land, in dem Street View nicht angeboten wurde.

Am 2. November 2010 wurden zum ersten Mal in Deutschland liegende Straßenzüge in Street View online gestellt. Neben bekannten Objekten wie dem Kanzleramt, der Siegessäule oder zehn Stadien der Bundesliga konnte der Betrachter nun erstmal auch in Teilen des bayerischen Ortes Oberstaufen virtuell “spazieren gehen”.

Zwei Wochen später wurden die 20 nach Einwohnerzahl größten Städte online gestellt; und zwar: Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal. Insgesamt gingen 244.237 Anträge auf Unkenntlichmachung ein, die vor dem Start bearbeitet werden mussten.

Diese Gebäude erscheinen unwiderruflich verpixelt, da Google sich verpflichtet hat, das Rohdatenmaterial zu löschen. Am 10. April 2011 gab Google bekannt, dass keine Pläne mehr bestünden, den in Deutschland durch Street View abgedeckten Bereich auszuweiten. Auch eine Aktualisierung der existierenden Aufnahmen sei nicht geplant.

Österreich
Die Datenschutzkommission hat in Österreich eine Pause der Ablichtung der Straßenzüge in Österreich bewirkt. Von Ende Mai 2010 bis Ende November 2010 lief ein Prüfungsverfahren. Ein Auflagenbescheid legte fest, welche Einschränkungen Google einhalten muss, um die Street-View-Aufnahmen fortsetzen zu dürfen. Seit Dezember 2010 ist die Fortführung von Google Street View in Österreich wieder gestattet. Seit November 2012 sind bei Google Street View Panoramaaufnahmen von Skipisten der österreichischen Skigebiete Ischgl und Sölden verfügbar.

Schweiz
In der Schweiz wird (Stand: September 2009) eine gewisse Fläche schon dargestellt, hauptsächlich die Großräume um Basel, Zürich, Bern und das Nord- und Westufer des Genfersees. Auch einige Alpentäler (Rhonetal) sind erfasst. In der Woche vom 11. Oktober 2010 bis zum 15. Oktober 2010 fanden mehrere Aufnahmen in der Region der Großstädte statt, um die Straßen der Region rundherum später auf Google bereitstellen zu können.

Frankreich
In Frankreich wurden zunächst die Strecken zur Tour de France 2008 veröffentlicht. Seit Anfang Juni 2011 ist Google Street View flächendeckend in Frankreich verfügbar. Einige berühmte Sehenswürdigkeiten (Schloss Versailles, Schloss Chenonceau etc.) sind ebenfalls erfasst.

Vereinigte Staaten
Der Dienst erfasst in den USA bereits einen Großteil des Straßennetzes, nahezu alle Städte und Nationalparks können online eingesehen werden. Die Ostküste der USA ist ungefähr zu 90 bis 98 Prozent abgedeckt. In der Landesmitte bzw. in der Wüstenregion sind die großen Städte und die großen Interstate Highways online verfügbar. An der Westküste sind mindestens 88 Prozent des öffentlichen Straßennetzes abgedeckt; nicht erfasst sind die oft großräumigen Gated Communities.

Auf Hawaii sind ein Großteil der Stadt Honolulu sowie die Highways und einige Regionen der Insel O`ahu abgedeckt. Auf der Insel Maui sind die Stadt Kahului, die Hawai`i State Route 30 und kleinere Highways um und mit Kihei verfügbar. In Alaska sind kaum 15 Prozent des Bundesstaats abrufbar, die Stadt Anchorage und die Region um die Stadt sind teilweise abgedeckt. Die Highways und die State Routes (u. a. die A-1 oder der Dalton Highway) die den Süden mit dem Norden verbinden, sind ebenfalls teilweise online.

Südpol und Antarktis
Nachdem seit September 2010 erste Aufnahmen der Antarktis in Street View verfügbar sind, hat Google im Juli 2012 zahlreiche weitere Ansichten bereitgestellt. Dabei liegt der Fokus besonders auf Orten von wissenschaftlicher und historischer Bedeutung. Dazu gehören zum Beispiel die Wohnorte der Forscher Ernest Shackleton und Robert Falcon Scott, die maßgeblich an der Erkundung der Antarktis und des Südpols im 20. Jahrhundert beteiligt waren. Google zählt die Hütte von Scott zu den besonderen Orten auf Street View, die im World Wonders Project gesammelt werden.

Quelle: : (://de.wikipedia.org/wiki/Street_View)

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