LinkedIn

LinkedIn ist ein webbasiertes soziales zur Pflege bestehender Geschäftskontakte und zum Knüpfen von neuen geschäftlichen Verbindungen. Es ist mit über 277 Millionen registrierten Nutzern in mehr als 200 Ländern (Stand: Juni 2013) die derzeit größte weltweite Plattform dieser Art und gehört laut Alexa zu den 20 weltweit meistbesuchten Internetseiten.

Geschichte

LinkedIn wurde 2003 von Reid Hoffman und Gründungsmitgliedern von PayPal und Socialnet.com (Allen Blue, Eric Ly, Jean-Luc Vaillant, Lee Hower, Konstantin Guericke, Stephen Beitzel, David Eves, Ian McNish, Yan Pujante und Chris Saccher) in Kalifornien, USA gegründet. Im Januar 2014 lag LinkedIn in den USA auf Rang 8 der meistbesuchten Websites und weltweit auf Rang 12. Seit dem 4. Februar 2009 ist das Netzwerk auch in deutscher Sprache verfügbar. 2009 lag der Umsatz im 4. Quartal bei 39,3 Millionen US-Dollar. Im Jahr 2013 betrug der Umsatz im 4. Quartal bereits 447,2 Millionen US-Dollar.

Am 3. Mai 2012 wurde SlideShare von LinkedIn für geschätzte 118,75 Millionen $ übernommen.

Aktie

Am 27. Januar 2011 kündigte das US-Unternehmen den Gang zur Börse an. Genauere Angaben zum Datum oder dem Emissionspreis der neuen Papiere machte LinkedIn Inc. jedoch zunächst nicht. Am 19. Mai 2011 wurde das Papier zum ersten Mal an der New York Stock Exchange gehandelt. Zuvor hatte das US-Unternehmen einen Emissionspreis von 45 US-Dollar pro Aktie angekündigt.

Insgesamt wurden 7,84 Millionen Anteile ausgegeben. Anhand des Ausgabepreises errechnete sich die Marktkapitalisierung von LinkedIn zu 4,3 Milliarden Dollar und stieg in wenigen Minuten bis auf 8,5 Milliarden Dollar. Damit beliefen sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf 550 und das Kurs-Umsatz-Verhältnis auf 35. Bis zum Jahr 2013 stieg der Kurs der Aktie auf rund 200 US-Dollar.

Funktionen

Ähnlich wie andere soziale Netzwerke im bietet LinkedIn folgende Funktionen:

  • Ein Profil mit Lebenslauf kann in mehreren Sprachen erstellt werden
  • Verlinkung auf eine eigene Website
  • Neue Kontakte können geknüpft werden
  • Möglichkeit, andere Mitglieder zu empfehlen
  • Unternehmensprofile erstellen
  • Mitgliedschaft und Gründung von Themengruppen

Außerdem kann man Produkte auf dem Unternehmensprofil bewerben und empfehlen. Kritisiert wird, dass ein LinkedIn-Account sehr leicht einzurichten ist, aber nur schwer gelöscht werden kann, da der Zugang zu den entsprechenden Funktionen versteckt ist.

Kontotypen

Bei LinkedIn existieren verschiedene Kontomodelle. Die Basis bildet als Freemiumvariante der „Basisaccount“. Dieser ist für den Nutzer mit keinen Kosten verbunden und beinhaltet:

  • Profil erstellen
  • Mehrsprachige Profile
  • Grundsätzlich die Suche (nach Namen, Vornamen, Unternehmen, Ort, Geotargeting, Position)
  • Unternehmensprofil erstellen
  • Gruppen beitreten oder gründen
  • Netzwerkstatistiken
  • Nachrichten (begrenzt auf Kontakte, Gruppenmitglieder, Moderatoren)

Der kostenpflichtige Premiumaccount bietet erweiterte Funktionen:

  • Suche nach Job Level, Funktion im Unternehmen, Unternehmensgröße
  • Profilorganizer = Möglichkeit, Nichtkontakte in Ordnern zu speichern und kategorisieren
  • Begrenzte Anzahl von eingehenden Nachrichten
  • Erweiterte Netzwerkstatistiken

Ein Recruiteraccount bietet darüber hinaus Lösungen für die Zusammenarbeit im Rahmen des Netzwerks z. B. für Projekte. Hierbei wird ein vollständiger CRM-Ansatz verfolgt.

Benutzeroberfläche

Häufig wurde die wenig zeitgemäße Benutzeroberfläche von LinkedIn kritisiert. Im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken wurde es anfangs meist nur passiv genutzt. Im Juli 2012 stellte das Unternehmen daraufhin eine umfassende Überarbeitung seiner Oberfläche vor. Nach eigener Aussage soll LinkedIn dadurch ähnlich einfach zu bedienen sein wie + oder . Geschäftliche Nutzer des Netzwerks sollen dadurch animiert werden, auf LinkedIn verstärkt auch persönliche Informationen mitzuteilen.

Im September 2012 hat LinkedIn erstmals Benachrichtigungen eingeführt. Mit dieser neuen Funktion können Nutzer sehen, welche Meldungen ihre Kontakte geschrieben oder welche anderen Informationen sie kommentiert haben. Die Einführung dieser Funktion wird als Annäherung an soziale Netzwerke wie Facebook und Google+ gesehen, die die Möglichkeit des Informationsaustausches bereits von Anfang an zur Verfügung stellten.

Anwendungen

LinkedIn ermöglicht bereits seit geraumer Zeit den Zugriff auf LinkedIn von unterwegs mit mobilen Anwendungen. Neben einer speziell auf kleine Bildschirme optimierten Internetseite sind LinkedIn- für die Betriebssysteme , BlackBerry, Windows Phone und iOS kostenfrei erhältlich.

Kritik

Verschiebung von Outlookmails auf LinkedIn und Nutzung der Mailaccounts von Mitgliedern

  • LinkedIn verschickt von den Mailaccounts seiner Mitglieder Einlademails an Outlookkontakte. Die Zustimmung der Nutzer wird dabei gar nicht oder teils schwer nachvollziehbar eingeholt. Die Einladungen erwecken dabei den Eindruck, dass der Mailinhaber selbst die Einladung verschickt habe. LinkedIn wurde in den USA wegen des Vorwurfs des Hackens von Mailaccounts und spammens verklagt. Das Unternehmen argumentierte mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung. Außerdem würden die betreffenden Nutzer so bei dem Aufbau eines Netzwerks unterstützt werden.
  • Ende 2013 wurde bekannt, dass die App von LinkedIn die Mails der Nutzer abfängt und unbemerkt auf LinkedIn Server verschob und sich damit vollen Zugriff verschaffte. LinkedIn verwendete hierfür Man-in-the-Middle-Angriffe.

Datenschutz

  • Die Stiftung Warentest kritisiert, dass einerseits die Rechte der Nutzer eingeschränkt, dem Netzwerk andererseits weitreichende Rechte eingeräumt würden. Dies sei ein ungerechtfertigtes Ungleichgewicht. Auf Forderungen der Verbraucherschutzzentrale reagiert LinkedIn nicht.

Sicherheit der Plattform

  • Am 6. Juni 2012 wurde bekannt, dass ein russischer Hacker nach einem Angriff auf die Server von LinkedIn die Passwörter von 6,5 Millionen LinkedIn-Mitgliedern im Internet veröffentlicht hat. Der Datendiebstahl wurde am folgenden Tag von LinkedIn bestätigt. Laut Sophos sind die Passwörter nur einfach verschlüsselt, so dass eine Entschlüsselung leicht sei.
  • Da LinkedIn die Authentifizierungstoken unverschlüsselt überträgt, sind Accounts angreifbar und leicht zu übernehmen.

Zensur

  • Um den chinesischen Gesetzen zu entsprechen zensiert LinkedIn weltweit seinen Auftritt. 2014 gestand das Unternehmen zum Beispiel sämtliche Diskussionen zum Massaker am Platz am Tor des himmlischen Friedens zu unterdrücken. Nachdem LinkedIn zunächst erklärte, dass die Zensur außerhalb Chinas versehentlich stattfand, erklärte das Unternehmen später, dass die weltweite Zensur zum Schutz chinesischer Bürger durchgesetzt werden würde.

Quelle: (://de.wikipedia.org/wiki/LinkedIn)

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