Nextcloud

Nextcloud ist eine für das Speichern von Daten (Filehosting) auf einem eigenen Server. Bei Einsatz eines Clients wird der Server automatisch mit einem lokalen Verzeichnis synchronisiert. Dadurch kann von mehreren Rechnern, aber auch über eine Weboberfläche, auf einen konsistenten Datenbestand zugegriffen werden. Im Gegensatz zu kommerziellen Speicherdiensten wie Dropbox oder OneDrive kann Nextcloud auf einem privaten Server oder Webspace ohne Zusatzkosten installiert werden. Dadurch behält der Besitzer die vollständige Kontrolle über seine Daten und die Möglichkeiten für Datenmissbrauch werden reduziert.

Das Projekt greift mittels -Skripten auf eine auf dem Server installierte SQLite-, - oder PostgreSQL- zu. Die Serveranwendung sowie die Clients stehen in über 60 Sprachen zur Verfügung.

Der Gründer von ownCloud, Frank Karlitschek, hat am 2. Juni 2016 Nextcloud als Fork bekannt gegeben. Seither wird Nextcloud aktiv von Frank Karlitschek, weiteren Mitgliedern des Original-Teams von ownCloud und einer großen Gemeinschaft weiterentwickelt. Nextcloud bietet einige Funktionen an, die ownCloud nicht oder nur in dessen Enterprise-Version anbietet.

Ziel von Nextcloud ist, dass der Benutzer unabhängig von Diensteanbietern im ist. Bei vielen Angeboten dieser Anbieter werden die Daten der Benutzer kommerziell vermarktet, und der Datenschutz ist unklar. Durch die Vielzahl an verfügbaren und die Möglichkeiten der Nextcloud-Plattform ist keine Einschränkung auf z. B. Dateien gegeben. Das Prinzip von Nextcloud ermöglicht eine komplett eigene Datenhoheit.

Am 17. April 2018 hat das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) die Entscheidung der Ausschreibung der Bundescloud bekanntgegeben. 300.000 Menschen in den Ministerien und anderen Einrichtungen des Bundes werden die Bundescloud mit der Nextcloud- nutzen.

Im August 2019 wurde bekannt, dass die Behörden der drei EU-Staaten Frankreich, Schweden und Niederlande zukünftig Nextcloud für den Dateiaustausch einsetzen werden. Allein das französische Innenministerium plant, Nextcloud für 100.000 Mitarbeiter einzusetzen.

Am 17. Januar 2020 wurde in Berlin die Version 18 mit Produktnamen Nextcloud Hub präsentiert. Hier wurde erstmals direkt ein Office-Paket (hier OnlyOffice) integriert und Nextcloud gab als Ziel die direkte Konkurrenz zu Office 365 und Docs aus. Weiter wurde bei diesem Termin eine Partnerschaft mit Ionos bekanntgegeben. Durch den Datenstandort in Deutschland und die DSGVO-Konformität soll der Anwender die Hoheit über seine Daten besitzen.

Software, welche Nextcloud integriert

Es gibt Softwareprojekte, welche Nextcloud direkt als Datenspeicher integrieren. So zum Beispiel die Lernplattform Moodle, die App Scanbot oder die Groupware-Lösung Zimbra.

Historie des Forks von ownCloud

Im April 2016 haben Frank Karlitschek und einige Kern-Entwickler die Firma ownCloud verlassen. Dies geschah aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über den Kurs von ownCloud.

Dem Fork ging ein -Post voraus, darin wurden Fragen wie „Wem gehört die ownCloud-Gemeinschaft?“ oder „Wem gehört ownCloud?“ gestellt. Noch dringlicher war die Frage, was wichtiger ist: Schnell verdientes Geld oder langfristige Verantwortung und Wachstum?. Es gab keine offizielle Stellungnahme zu den Gründen des Forks.

Am 2. Juni, 12 Stunden nach der Bekanntgabe des Forks, musste die amerikanische Niederlassung „ownCloud Inc.“ die sofortige Schließung bekannt geben. In der Stellungnahme wurde u. a. die Kündigung von Krediten der Kapitalgeber genannt. Die Firma ownCloud GmbH besteht weiterhin. Neue Investoren sichern deren Fortführung und die Geschäfte von ownCloud Inc. wurden übernommen.

Grundsätzliche Unterschiede zu ownCloud

ownCloud verfügt im Gegensatz zu Nextcloud über keine Contributor License Agreement (CLA). Außerdem werden keine Microservices und keine exklusiven Enterprise Apps angeboten. Die komplette Software ist frei verfügbar und untersteht nur der AGPL.

Quelle: Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Nextcloud)

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