OpenStreetMap

OpenStreetMap ist ein freies Projekt, welches für jeden frei nutzbare Geodaten sammelt (Open data). Mit Hilfe dieser Daten können Weltkarten errechnet oder Spezialkarten abgeleitet werden, sowie Navigation betrieben werden. Auf der OpenStreetMap-Startseite ist eine solche Karte abrufbar.

Der Kern des Projekts ist eine wiki-ähnliche Datenbank mit geographischen Daten. Diese dürfen gemäß der Creative-Commons-Attribution-ShareAlike-2.0-Lizenz verwendet werden. Dadurch ist eine Einbindung in Drucke, Webseiten und Anwendungen wie Navigationssoftware möglich, ohne durch restriktive Lizenzen beschränkt zu sein oder Entgelte zahlen zu müssen. Die Nennung von OpenStreetMap als Datenquelle ist zur Datennutzung erforderlich.

Geschichte

Das OpenStreetMap-Projekt wurde im Juli 2004 in London von Steve Coast ins Leben gerufen. Seither arbeiten Freiwillige aus zahlreichen Ländern sowohl an der Entwicklung der Software als auch an der Sammlung und Bearbeitung der Geodaten. Im März 2006 war die Infrastruktur so weit, dass erste größere Gebiete kartografiert werden konnten. Im Juli 2006 waren bereits rund 2.500 Benutzer registriert, die zu diesem Zeitpunkt über neun Millionen Wegpunkte in die OpenStreetMap-Datenbank eingefügt hatten. Ein Jahr später hat sich die Anzahl der User nahezu vervierfacht und die Datenmenge etwa verzehnfacht. Mittlerweile hat sich der Datenbestand auf mehr als 2,2 Milliarden GPS-Punkte, 1,0 Milliarden Punkte, 90,6 Millionen Wege und 960.000 Relationen gesteigert. (Stand: April 2011).

Im April 2006 wurde die OpenStreetMap Foundation gegründet. Sie sammelt Spenden und ist ein Gremium zur Entscheidungsfindung und Verantwortung für das Projekt. Die OpenStreetMap-Foundation ist eine internationale Non-Profit-Organisation. Ihre Ziele sind das Erzeugen, Verteilen und Vergrößern eines geographischen Datenbestandes sowie dessen freies Bereitstellen zum allgemeinen Gebrauch.

Im Januar 2008 wurde der Import der TIGER-Datenbank fertiggestellt (siehe auch Abschnitt Datenquellen). Die staatlich erfassten TIGER-Daten bieten eine Basis-Abdeckung der USA, die von den Benutzern weiter verbessert werden muss, da Flächen wie beispielsweise Sportplätze noch fehlen und die Daten teilweise veraltet sind.

Im März 2009 hatten sich weltweit über 100.000 Benutzer angemeldet. Das Projekt hat etwa 380.000 registrierte Benutzer (Stand: April 2011).

Vorgehensweise Kartenerstellung

Die Karten werden aus Geodaten erstellt, die von Freiwilligen (genannt User oder Mapper) gesammelt oder dem Projekt von anderen Quellen zur Verfügung gestellt werden. Als Datengrundlage dienen sowohl von Hand eingegebene als auch aufgezeichnete Daten. Diese werden von den Freiwilligen meist mit einem handelsüblichen GPS-Empfänger aufgezeichnet, während sie sich auf Straßen, Wegen oder Flüssen befinden.

Nach dem Upload der aufgezeichneten Daten (als Tracks im GPX-Format) ist zunächst nicht erkennbar, ob es sich bei den Daten beispielsweise um eine Autobahn, eine Kreisstraße, einen Schienenstrang oder einen Feldweg handelt. In einem zweiten Schritt erfolgt deshalb ein Editieren der Daten durch denselben Nutzer oder durch andere. Die Mapper versehen die rohen Geodaten mit Informationen, sogenannten Tags, die es zum Beispiel ermöglichen, aus ihnen automatisch Karten zu generieren oder Datensätze für Navigationsgeräte abzuleiten. Beispielsweise wird eine Autobahn mit dem Tag highway=motorway gekennzeichnet, ein Industriegebiet mit landuse=industrial.

Darüber hinaus können nützliche Zusatzinformationen – wie zum Beispiel Restaurants, Wanderwegnetzzugehörigkeit oder Öffnungszeiten – angegeben werden, welche je nach Kartenansicht dargestellt werden.

Durch diese Trennung der Schritte – Aufzeichnung und Upload einerseits, Bearbeiten (Editieren) der Rohdaten andererseits – können auch Personen bei dem Projekt mitmachen, die keinen GPS-Empfänger besitzen. Das Editieren betrifft insbesondere das Hinzufügen und Bearbeiten von Points Of Interest (POI) (wie z. B. Hausnummern, Bushaltestellen, Taxiständen, Schulen, Telefonzellen) aufgrund entsprechender Ortskenntnisse der Bearbeiter und die Fehlerkorrektur des Datenbestandes.

Das Übernehmen von Daten für OpenStreetMap aus anderen Karten, wie Google Maps oder Yahoo! Maps, ist aufgrund der Rechte an Geoinformationen gesetzlich verboten. (Das Abzeichnen von Yahoo und Bing-Luftbildern ist hingegen erlaubt, weil diese Firmen explizite Genehmigungen hierfür an OSM erteilt haben.) Um Verstöße gegen diese Gesetze nachweisen zu können, d. h. um zu überprüfen, ob Daten von anderen Karten übernommen wurden, werden deren Karten oft mit absichtlichen Fehlern, so genannten Trap Streets, ausgestattet.

Einsatzgebiete

Aus den Daten von OpenStreetMap lassen sich nicht nur Straßenkarten für Autofahrer erzeugen. Je nachdem, welche Daten verwendet und wie sie in Kartenform dargestellt werden, lassen sich die Daten auch zur Erstellung von Fahrrad- und Wanderkarten, zur Darstellung von Fotos und Beiträgen auf Karten in WordPress-Blogs, Karten für Skigebiete oder Nahverkehrsnetzen verwenden. Die Rohdaten sind für die Entwicklung weiterer Anwendungen frei zugänglich. So gibt es Anwendungen zur Routenberechnung oder zur mobilen Navigation.

Die aus den Geodaten erzeugten Karten sind momentan zweidimensional, das heißt sie enthalten keine Höhenlinien. Ein Import von Höhendaten in die OpenStreetMap-Datenbank ist derzeit nicht geplant. Es gibt jedoch Werkzeuge für die Umwandlung und Darstellung der SRTM-Daten zur Darstellung von Höhenlinien oder Schummerungen.

Online-Karten
Sowohl auf der Webseite von OpenStreetMap als auch auf den Seiten verschiedener anderer Anbieter stehen die Karten verschiedener Renderer (Mapnik und Osmarender) und Render-Stile zur Nutzung bereit. Zur Verfügung stehen sowohl die allgemeinen Stile als auch auf spezielle Anwendungen zugeschnittene Stile wie Cycle Map für Fahrradfahrer, OpenSeaMap für Segler und Motorbootfahrer, eine Reit- und Wanderkarte für den deutschen Sprachraum, NoName zur Visualisierung von fehlenden Daten oder OpenPisteMap mit Höhenlinien insbesondere zur Visualisierung von Skigebieten.

Das Projekt OpenLayers ermöglicht die einfache Einbindung mit verschiedenen Renderern in Webseiten. Das OSM-Plugin für WordPress bindet die OpenStreetMap-Daten in Blogs zur Verknüpfung von Beiträgen und Fotos mit Geodaten und Visualisierung der entsprechenden Zusammenhänge ein.

Yahoo nutzt OpenStreetMap-Daten für sein Flickr-Angebot für verschiedene Städte, beispielsweise Bagdad, Peking, Kabul, Sydney und Tokio.

Eine Referenzierung von Wikipedia-Artikeln mit Geodaten aus dem OpenStreetMap-Projekt ist möglich.

Routenberechnung und Navigation
Die Routenberechnung mit den OpenStreetMap-Daten ist überwiegend ausgereift, entwickelt sich jedoch noch weiter. Die Daten sind hierfür allerdings noch nicht durchgehend genügend detailliert. Es fehlen oft Informationen zu Hausnummern, Einbahnstraßen und Abbiegebeschränkungen an Straßenkreuzungen.

Derzeit gibt es drei bedeutende webbasierte Projekte in diesem Bereich: Die Universität Heidelberg betreibt den OpenRouteService, das Angebot von Yournavigation wird dagegen von einer Entwicklergemeinschaft unter der BSD-Lizenz entwickelt, und die Firma CloudMade betreibt ebenfalls einen Online-Router. Ebenso wie der Router von Cloudmade benutzt die Open Source Routing Machine (OSRM) eine sogenannte Speedup Technik um die Routenberechnung deutlich zu beschleunigen.

Für Fahrrad-Routenplanung greift Naviki auf OSM-Karten zurück. Bei der Berechnung werden fahrradfreundliche Wege bevorzugt. Es gibt auch eine Version für Smartphones, allerdings ist diese bisher nur für Deutschland verfügbar.

Auch für mobile Geräte gibt es routingfähige Anwendungen. Beispiele hierfür sind Roadee und Skobbler für das iPhone, WeTravel und GpsMid für Java-fähige Handys, Traveling Salesman für Nettops sowie AndNav2 für Android beziehungsweise TrackMyJourney, das wiederum eine der vorher genannten webbasierten Routing-Engines verwendet. Eine auf Qt basierte Lösung mit dem Namen MoNav  benutzt ebenso wie OSRM den Contraction Hierarchies Algorithmus als Basis zur schnellen Routenberechnung. MoNav lässt sich für verschiedene Windows Mobile Versionen, sowie für alle Systeme mit Qt-Unterstützung, erstellen.

Einige Community-Mitglieder bieten routingfähige Karten im Garmin-Format an, die es möglich machen, OpenStreetMap-Daten auf einer Vielzahl von GPS-Empfängern dieser Marke zu verwenden. Diese werden mit Hilfe des Programmes Mkgmap erstellt. Für andere Navigationsgeräte ist es meist nicht oder nur schwierig möglich, OpenStreetMap-Karten zu verwenden, da keine Konverter für deren native Dateiformate existieren. Zum Teil lassen sich jedoch separate Programme wie z. B. Navit oder Gosmore darauf oder auf Notebooks installieren.

Die OpenStreetMap-Rohdaten stehen zum Download auf der Webseite von OpenStreetMap bereit. Sie können vielfältig für eigene Projekte und Offline-Renderer wie die virtuelle Weltkugel Marble für Qt 4 oder den Kosmos-Renderer für Windows genutzt werden.

Zudem werden auf der Website der Geofabrik die Vektordaten auch als Shapefiles (*.shp/shx/dbf) zur Verfügung gestellt, die in vielen Geoinformationssystemen (GIS) verwendet werden können. Alternativ können die Rohdaten über die Programmierschnittstelle (API oder XAPI) als OpenStreetMap-XML-Format heruntergeladen werden.

Technik

Server
Die Core-Server und -Infrastruktur des Projektes gehören der OpenStreetMap-Foundation und werden derzeit in London am University College London gehostet. Die Server bestehen aus einem leistungsfähigen Datenbank-Server, einem Frontend-Server für die Webseite, drei Anwendungsservern für die Programmierschnittstelle (API) sowie einem Tile-Rendering-Server. Hinzu kommen noch ein paar weitere schwächere Server für Zusatzdienste, wie z. B. das OpenStreetMap-Wiki, das Code-Repository und die Suchfunktion.

Der OpenStreetMap-Datenbank-Server verwendet eine PostgreSQL-Datenbank. Die Webseite sowie die API sind weitestgehend in Ruby on Rails programmiert. Die Datenbank enthält die Geodaten, also mit Informationen (Tags) versehene Linien und Punkte. Diese Daten sind Vektordaten und sind das Hauptprodukt des Projektes. Es wird daraus aber auch eine Pixelgrafik-Karte (PNG) gerendert. Diese wird mit Hilfe einer separaten PostGIS-Datenbank und dem Mapnik-Renderer erzeugt, deren Daten bei Änderungen der Rohdaten aktualisiert werden.

Um die Rendering-Last zu reduzieren, werden nur die Bereiche der Karte, die auch tatsächlich betrachtet wurden, gerendert, wozu extra das Apache-Modul mod_tile geschrieben wurde. Der Mapnik-Renderer bietet die Standard-Ansicht von OpenStreetMap, der hierzu verwendete Render-Stil wird von professionellen Kartographen betreut. Als wichtige Alternative dient das tilesAtHome-Projekt, das mit Hilfe des eigens für OpenStreetMap geschriebenen Osmarender Karten erzeugt. Inzwischen erzeugt das Projekt mehrere Terabyte pro Monat.

Neben den Core-Servern der Foundation, gibt es noch eine Reihe weiterer Server, die von unabhängiger Seite betrieben werden und wichtige Dienste für das Projekt anbieten, wie z. B. die des tilesAtHome-Projektes.

Datenformate
Der häufigste Weg, um an Geodaten zu kommen, ist die Verwendung eines GPS-Handgerätes. Ebenfalls sind einige handelsübliche Navigationssysteme in der Lage, GPS-Tracks aufzuzeichnen. Die so gewonnenen Daten können zum OpenStreetMap-Server hochgeladen werden; dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Um die Daten in ein zum Projekt passendes Format umzuwandeln, sind Konvertierungsprogramme wie GPSBabel, das vom OpenStreetMap-Projekt entwickelte OSM-Filter und mehrere weitere spezielle Hilfsprogramme verfügbar. Hiermit können Daten beispielsweise aus dem standardisierten GPS-Rohformat (NMEA) oder herstellereigenen Formaten in eine GPX-Datei gewandelt werden. Alle Daten werden im WGS84-Format mit Länge und Breite erhoben und werden meist in Mercator-Projektion dargestellt.

Die fertigen Kartendaten werden im .osm-Format ausgetauscht, einem XML-Format, dessen Syntax den Ausgaben der OpenStreetMap-API entspricht. Kopien der gesamten Datenbank werden wöchentlich zur Verfügung gestellt (planet file). Ebenso gibt es tägliche und stündliche Updates sowie Ausschnitte für einzelne Länder.

Bearbeitungswerkzeuge
Um Daten zu bearbeiten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die sich in der grundlegenden Methode weitgehend gleichen. Zum Bearbeiten muss man sich mit einer überprüften E-Mail-Adresse anmelden. Die Anmeldung ist kostenlos und soll Spam und Vandalismus vorbeugen. Der Lesezugriff ist auch ohne Anmeldung möglich.

Als Rohdaten werden üblicherweise auf dem lokalen Rechner liegende oder auf den Server geladene GPS-Tracks verwendet. Diese werden vom Bearbeitungswerkzeug gegebenenfalls zusammen mit frei verfügbaren Satelliten- oder Luftbildern angezeigt. Auf Basis dieser Daten kann der Benutzer Stützpunkte – so genannte Nodes – erstellen, die mit Linien – so genannten Ways – verbunden werden. Diesen Punkten und Linien können Attribute zugewiesen werden.

Die wichtigsten Attribute sind die Objektkategorie (zum Beispiel wird eine Wohnstraße als highway=residential angegeben) und der Name, nach denen der Kartenbenutzer später auch suchen kann. Die Attribute können im Prinzip frei zugewiesen werden, gewisse Grundvereinbarungen finden sich im Dokumentationswiki des Projekts.

Um die Daten zu bearbeiten, wird ein Editor benötigt. Hierfür stellt das OpenStreetMap-Projekt verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Online-Editor Potlatch auf OpenStreetMap.org, basiert auf Adobe Flash-Technik
  • Offline-Editor JOSM, basiert auf Java und ist auf verschiedenen Desktop-Plattformen lauffähig. Eine deutsche Benutzeroberfläche ist verfügbar.
  • Offline-Editor Merkaartor, basiert auf Qt.
  • Offline-Editor Osmosis, Kommandozeilen-Applikation, mit der sich Bearbeitungsketten zusammenstellen und so auch größere Operationen bewerkstelligen lassen.
  • Mobiler-Editor iLOE, Erster OpenStreetMap Editor für das iPhone. Ermöglicht das Hinzufügen und Ändern von “Nodes” auch von unterwegs.
  • OSM2Go, mobiler OSM-Editor für Nokia Internet Tablets unter Maemo mit GPS-, Touchscreen- und Stiftsupport, basiert auf GTK+/C und laeuft auch unter Desktop-Unix

Weitere Programme können über die XML-RPC-Schnittstelle auf die Daten auf dem OpenStreetMap-Server lesend und schreibend zugreifen.

Datenquellen

Datenquellen von OpenStreetMap sind:

GPS-Tracks
GPS-Tracks, gewonnen mit einem GPS-Empfänger durch das Aufzeichnen der Strecke, die man gelaufen oder gefahren ist, stellen in vielen Gebieten die wichtigste Quelle für die Geometrie von Wegen und Straßen dar. Diese Tracks, die zum Teil bei anderen Aktivitäten nebenbei anfallen, zum Teil aber auch von Freiwilligen durch Abfahren jeder Straße eines Ortes bewusst für das Kartographieren entstehen, bilden jedoch nur die Basis. Anschließend müssen sie als einzelne Straßen abgezeichnet und mit Daten wie Straßentyp und Name versehen werden. Hierfür werden häufig zusätzliche Informationen gesammelt, wie Fotos, Audioaufnahmen, Notizen und Skizzen. Zum Aufzeichnen der Tracks werden GPS-Navigationsgeräte, GPS-Datenlogger oder moderne Mobiltelefone mit GPS-Funktion verwendet. Manche Navigationsgeräte benötigen dazu eine spezielle Software, viele unterstützen die Logfunktion von Haus aus.

Luftbilder
Luftbilder stehen fast weltweit in hoher Auflösung zur Verfügung. Sie stellen inzwischen die wichtigste Quelle für die Geometrie von Wegen und Straßen und anderen Geoobjekten dar. Meist sind sie exakt ausgerichtet und entzerrt (Georeferenzierung). Sie werden in einem Zeichenprogramm (Editor) als Hintergrund geöffnet, und im Vordergrund werden dann die Objekte abgezeichnet. Die Eigenschaften der Objekte, also beispielsweise ob eine Straße eine Ortsstraße oder eine Autobahn ist, werden dann später von Ortskundigen ergänzt, oder können in begrenztem Ausmaß von erfahrenen Luftbildauswertern direkt bestimmt werden.

Yahoo
Das Luftbildmaterial von Yahoo darf zum Abzeichnen seit 2006 verwendet werden. Von den Yahoo-Bildern wurde beispielsweise Bagdad abgezeichnet, da die Sicherheitslage das Erfassen vor Ort nicht zulässt. Meist kommen jedoch nur die etwas besser aufgelösten Ballungsräume zum Abzeichnen von Straßen und Gebäuden infrage. Bei diesen Luftbildern besteht das Problem, dass Yahoo das Übernehmen der Straßennamen nicht gestattet.

Bing
Am 23. November 2010 wurde bekannt gegeben, dass Microsoft die Luftaufnahmen seines Kartensdienstes Bing Maps für das Abzeichnen zur Verfügung stellen und OSM-Gründer Steve Coast als neuer Microsoft-Mitarbeiter die Zusammenarbeit zwischen Bing und OSM koordinieren werde.  Am 30. November 2010 wurde von Microsoft ein Dokument veröffentlicht, das die Bedingungen, unter denen die Luftaufnahmen für OpenStreetMap verwendet werden dürfen, näher definiert.  Seither stehen die Bing-Luftbilder als Hintergrund in den OpenStreetMap-Editoren JOSM, Merkaartor und Potlatch 2 zur Verfügung.

OpenAerialMap
Dem Wunsch, die Karten von OpenStreetMap mit einer Weltkarte aus freien Luftaufnahmen zu illustrieren, wurde mit dem Projekt OpenAerialMap entsprochen. Dieser Dienst ist seit November 2009 nicht mehr verfügbar, wird aber den Betrieb voraussichtlich wieder aufnehmen.

Landsat
Die gemeinfreien Landsat-7-Satellitenaufnahmen können eingeblendet werden und erleichtern die Orientierung und damit die Bearbeitung. Die Auflösung ist jedoch in der Regel zu schlecht, um sie zum Abzeichnen zu verwenden.

Bayern
Das bayerische Landesamt für Vermessung und Geoinformation hat im Jahr 2009 Orthofotos der Oberpfalz in Zwei-Meter-Auflösung zum Abzeichnen bereitgestellt, um im Rahmen eines dreimonatigen Pilotprojekts Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit OpenStreetMap zu sammeln. Das Ergebnis: in nur drei Monaten wurden zwei Mannjahre freiwillige Bürgerarbeit geleistet.

Seit 24.2.2011 sind die 2m-Luftbilder für ganz Bayern vom Vermessungsamt freigegeben.

GeoImage
Seit Oktober 2010 hat auch GeoImage.at Luftbilder für ganz Österreich zum abzeichnen für OpenStreetMap freigegeben. GeoImage.at ist extrem lagegenau und wird in einer Auflösung von 1 Pixel / Meter angeboten.

Alte Bilder
Urheberrechtsfreies Material (alte Daten, rechtlich bindende Daten) können georeferenziert, also entzerrt, werden und dann als Datenquelle dienen.

Lokales Wissen
Auch wenn GPS-Tracks und Luftbilder eine wichtige Daten-Grundlage für OpenStreetMap bilden, lassen sich viele nützliche Informationen auch ohne Zugang zu einer dieser Quellen in die OpenStreetMap-Datenbank eintragen. Ist erst einmal ein Grundgerüst aus Wegen und Straßen an einem Ort vorhanden, können Zusatzinformationen wie beispielsweise Namen, Hausnummern und Verkehrsbeschränkungen hinzugefügt werden. Gleiches gilt für wichtige Einrichtungen wie Geschäfte, Kirchen, Briefkästen und so weiter, welche von Hand relativ zum vorhandenen Wegnetz eingetragen werden. Stellen, die einer Überarbeitung bedürfen oder an denen Angaben fehlen, können sehr einfach ohne Anmeldung von jedermann auf der OpenStreetBugs-Webseite markiert werden. Zur Qualitätsprüfung der Openstreetmap-Daten gibt es den Dienst keepright, dort können inkonsistente Daten mit lokalem Wissen korrigiert werden, wie z. B. nicht verbundene Straßen oder fehlende Straßenkreuzungen, als auch falsch getaggte POIs.

Import
Einige Daten wurden direkt in die Datenbank importiert, diese sind teilweise hier aufgeführt. Eine vollständige und aktuelle Auflistung findet sich im Wiki von OpenStreetMap.

  • Im Bereich der USA soll der TIGER-Datensatz einen Grundstock liefern. Diese vom statistischen Bundesamt der USA herausgegebenen Straßendaten von 1984 stellen eine sehr gute Grundabdeckung der USA dar. Der Import war im Januar 2008 beendet.
  • Das niederländische Unternehmen AND hat dem Projekt aktuelles Straßenmaterial der gesamten Niederlande sowie die wichtigsten Straßennetze aus China und Indien zur Verfügung gestellt, in der Erwartung, dass die Community dieses Material verbessert. Der Import der niederländischen Daten wurde am 5. September 2007 gestartet und Anfang Oktober 2007 abgeschlossen. Am 4. Februar 2008 wurden die Daten für Indien importiert.
  • Import von Daten der Kommunalverwaltung: Zum Beispiel Straßenkataster, die im Rahmen der Einführung von NKF aufgestellt wurden. Beispiele sind die Stadt Löhne und die Gemeinde Kirchlengern.
  • Das Frida-Projekt stellte freie Vektordaten für Osnabrück zur Verfügung.
  • Viele Küstenverläufe stammen aus den von der National Geospatial-Intelligence Agency (NGA) bereitgestellten PGS-Daten (Prototype Global Shoreline Data), die aus Landsat-Aufnahmen gewonnen wurden.
  • Für Ländergrenzen werden die Daten aus der CIA World DataBank II (WDB) importiert.
  • In Österreich wurden Daten von plan.at importiert.

Kooperation mit Wikipedia
Wikipedia und OpenStreetMap arbeiten seit Oktober 2010 zusammen.

Karte in jedem ortsbezogenen Artikel
In jedem ortsbezogenen Wikipedia-Artikel findet man oben rechts einen Link “Karte”. Ein Klick öffnet die OpenStreetMap-Karte und zeigt dort den Ort mit einem Marker hervorgehoben. Alle Wikipedia-Artikel “in der Nähe” werden auf der Karte ebenfalls mit einem Marker bezeichnet. Ein Klick auf einen Marker öffnet ein Fenster, in dem ein Link zum entsprechenden Wikipedia-Artikel gezeigt wird, sowie ein Bild aus der Wikimedia-Bilderdatenbank Commons.

Weltkarte aller Wikipedia-Artikel
Eine OpenStreetMap/Wikipedia-Übersichtskarte zeigt weltweit alle georeferenzierten Wikipedia-Artikel und die zugehörigen Bilder. Je weiter man reinzoomt, desto mehr Marker erscheinen. Ein Klick auf einen Marker öffnet ein Fenster, in dem ein Link zum entsprechenden Wikipedia-Artikel gezeigt wird, sowie ein Bild aus der Wikimedia-Bilderdatenbank “Commons”.

Karte mit Bildern aus Commons
In der Weltkarte aller Wikipedia-Artikel können statt der Marker auch alle Bilder als Miniaturbilder angezeigt werden. Man sieht dann beispielsweise rund um das Brandenburger Tor in Berlin etwa 30 Bilder aus der Umgebung, beispielsweise die Markthalle, die Berliner Mauer, die amerikanische französische und polnische Botschaft (Beispiel Brandenburger Tor). Und jedes Bild verlinkt wieder zum entsprechenden Wikipedia-Artikel.

Quelle: Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Openstreetmap)

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