SQLite

ist eine Programmbibliothek, die ein relationales enthält. SQLite unterstützt einen Großteil der im SQL-92-Standard festgelegten SQL-Sprachbefehle. Unter anderem implementiert SQLite Transaktionen, Unterabfragen (subselects), Sichten (views), Trigger und benutzerdefinierte Funktionen. Das System ist vor allem für den Einsatz in eingebetteten Datenbanksystemen entworfen, daher fehlen Funktionen wie die Möglichkeit, Objektberechtigungen zu verwalten (GRANT, REVOKE). Für viele Programmiersprachen existieren passende Datenbankschnittstellen. Auch ein in der Konsole und in Shell-Skripten verwendbares, einfaches Frontend ist vorhanden. Mit sqlitebrowser steht ein grafisches Frontend für Unix und Windows zur Verfügung. Die gesamte Datenbank befindet sich in einer einzigen Datei. Eine Client--Architektur ist nicht vorhanden.

Funktionen

Die SQLite-Bibliothek lässt sich direkt in entsprechende Anwendungen integrieren, so dass keine weitere Server- benötigt wird. Letzteres ist der entscheidende Unterschied zu anderen Datenbanksystemen. Durch das Einbinden der Bibliothek wird die Anwendung um Datenbankfunktionen erweitert, ohne auf externe Softwarepakete angewiesen zu sein.

SQLite hat einige Besonderheiten gegenüber anderen Datenbanken: Die Bibliothek ist nur wenige hundert Kilobyte groß. Eine SQLite-Datenbank besteht aus einer einzigen Datei, die alle Tabellen, Indizes, Views, Trigger usw. enthält. Dies vereinfacht den Austausch zwischen verschiedenen Systemen, sogar zwischen Systemen mit unterschiedlichen Byte-Reihenfolgen. Jede Spalte kann Daten beliebiger Typen enthalten, erst zur Laufzeit wird nötigenfalls konvertiert.

Einige in anderen Datenbanksystemen vorhandene Features bietet SQLite nicht: Schreiboperationen unterschiedlicher Prozesse in derselben Datenbankdatei können nur nacheinander ausgeführt werden. Seit Version 3.2 gibt es den Befehl ALTER TABLE, allerdings verfügt er nur über einen eingeschränkten Funktionsumfang. Es lassen sich derzeit lediglich Tabellen umbenennen und Spalten zu den Tabellen hinzufügen. SQLite verfügt über keine Verwaltung von Benutzer- und Zugriffsberechtigungen auf Datenbank-Ebene. Es gelten für die Datenbank-Dateien die Zugriffsberechtigungen des Dateisystems.

SQLite wurde im Jahr 2000 von dem US-Amerikaner Richard Hipp (* 1961) entwickelt und ist in C geschrieben. Außerdem wird eine Bibliothek für die Benutzung unter Tcl angeboten. Für andere Programmiersprachen wie C++ und Java gibt es Wrapper externer Entwickler, Python (ab Version 2.5) enthält SQLite sogar in der Standardausstattung. Ebenso stehen ODBC-, dbExpress und JDBC-Treiber zur Verfügung.[5][6] SQLite erzwingt keine Typsicherheit: Fehlerhafte Eingaben werden in der Regel akzeptiert und in Zeichenketten umgewandelt.

Verwendung und Verbreitung

Eingesetzt wird SQLite unter anderem in Betriebssystemen für Mobiltelefone, wie Symbian OS oder . Außerdem nutzt der Firefox seit Version 3 SQLite – beispielsweise für Lesezeichen und Cookies – nachdem man schon in Version 2 SQLite für programminterne Datenbanken benutzt hatte. Für diesen Browser und alle anderen Mozilla-basierten Anwendungen gibt es zudem das Add-on SQLite Manager, mit dem man die SQLite-Datenbanken der Anwendung, aber auch jede beliebige andere SQLite-Datenbank betrachten, bearbeiten und abfragen kann.

Des Weiteren benutzt der Browser Safari von Apple intern SQLite, sowohl die Desktop- als auch die -Variante wie auch das E-Mail-Programm Mail von Apple. Auch Videos und Musikstücke des iPhones sind in einer SQLite-Datenbank gespeichert. Innerhalb von Mac OS X wird SQLite auch zur Verwaltung von Cache-Daten wie z. B. die der Software-Aktualisierung eingesetzt. SQLite kommt auch in AIR als Datenbankanwendung zum Einsatz. Ab Version 1.5 von Adobe AIR können SQLite-Daten mittels der EncryptedLocalStore-Klasse auch verschlüsselt abgespeichert und gelesen werden.

Die VoIP/Messenger-Software Skype ab Version 4 speichert Kontakte und alle anfallenden Nutzerdaten (Chatprotokolle, usw.) in einer SQLite-Datenbank ab. Auch nutzt für seinen Browser Chrome SQLite um unter anderem Benutzerdaten lokal zu sichern. Durch die Integration in Mozilla Firefox, in den verbreiteten Mobiltelefonen (Android, iOS, Symbian OS, Windows Phone) sowie mit jeder -Installation (die für sich schon hohe Nutzerzahlen haben) ist SQLite das verbreitetste und meistverwendete Datenbanksystem der Welt.

Auch in OpenOffice können SQLite-Datenbanken eingebunden werden.

Rechtliches

Während die Software gemeinfrei ist, wurde am 12. Februar 2007 die Registrierung der Marke SQLite beim United States Patent and Trademark Office beantragt. Diesem Antrag wurde am 24. Juni 2008 stattgegeben.

Quelle: Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/SQLite)

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